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26.11.2004 - 10:00

Einladung an den Bundespräsidenten.

Mulfingen (kobinet) Behindertenverbände kritisieren immer wieder, dass deutsche SpitzenpolitikerInnen in der Regel Großeinrichtungen für behinderte Menschen besuchen, anstatt deren Leben vor Ort zu unterstützen. Damit diese nicht sagen können, dass sie ja keine Einladung bekommen hätten, wurde nun die Vorsitzende des Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen, Elke Bartz, aktiv. Mit einem Schreiben an Bundespräsident Horst Köhler hat diese den Präsidenten zu sich nach Hause zum Kaffee eingeladen. «Auch wenn man als Politiker mit dem Besuch einer großen Behinderteneinrichtung viele Leute erreicht, ist es an der Zeit, dass wir der Politik klar machen, dass die Förderung eines selbstbestimmten Lebens behinderter Menschen in der Gemeinde angesagt ist. Daher habe ich den Bundespräsidenten angeschrieben und ihn einfach zu mir zum Kaffee eingeladen. Denn dann kann er einmal anschaulich erleben, wie Menschen mit Assistenz leben und welche Möglichkeiten eines selbstbestimmten Lebens in der Gemeinde es im Gegensatz zu den vielbeschworenen Einrichtungen auf der grünen Wiese gibt», so Elke Bartz. Die Elektrorollstuhlnutzerin hofft, dass ihr Angebot auf fruchtbaren Boden beim neuen Bundespräsidenten stößt und er sich damit von vielen anderen PolitikerInnen abhebt und auch in der Behindertenpolitik klare und zukunftsweisende Worte und Taten findet. Dabei geht es Elke Bartz nicht darum, dass der Bundespräsident unbedingt zu ihr nach Hause kommen muss, sie vermittelt auch gerne andere Besuchsorte bei anderen behinderten Menschen zu Hause. «Es geht mir darum, dass wir SpitzenpolitikerInnen endlich dazu bewegen, neue Wege in der Behindertenpolitik beschreiten und ihr eigenes institutionalisiertes Denken überwinden. Die Kampagne 'Marsch aus den Institutionen - Reißt die Mauern nieder' machen wir ja nicht wegen persönlicher Eitelkeiten, sondern um mehr behinderten Menschen die Türen zu einem selbstbestimmten Leben in der Gemeinde zu öffnen. Eine Nachahmung für diese Aktion auch mit anderen PolitikerInnen ist also erwünscht», so Bartz. omp 

 
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