
Dresden (kobinet) Der Rollstuhlfahrer Horst Wehner aus Chemnitz übernimmt am kommenden Mittwoch (1.12.) den Vorsitz des Sozialausschusses des Sächsischen Landtags. Wehner ist seit Jahren Landesgeschäftsführer des Sozialverbands VdK Sachsen und wurde am 19. September auf der Liste der PDS neu in den Sächsischen Landtag gewählt. Die Fraktion der Sozialsten machte von ihrem Besetzungsrecht für den Sozialausschuss Gebrauch, indem sie Wehner zum Vorsitzenden dieses so wichtigen Gremiums wählte. Ilja Seifert, der ehemalige PDS-Bundestagsabgeordnete, sieht darin ein Zeichen, wie ernst die PDS es mit der Selbstvertretung behinderter Menschen meint. Immerhin habe sich Horst Wehner fraktionsintern gegen die ehemalige Bundestagsabgeordnet Barbara Höll durchgesetzt, die ebenfalls Ambitionen hatte, den Ausschuss-Vorsitz zu übernehmen. «Dass Horst Wehner, der ohne parlamentarische Erfahrung, dafür mit umso mehr Betroffenen- und Sachverständigen-Kompetenz sein Amt antritt, der Vortritt gegeben wurde, spricht von hohem Vertrauen in seine Person. Aber auch vom Mut der sächsischen PDS, Verantwortung an Betroffene zu übertragen», zeigte sich Seifert befriedigt darüber, dass Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen möglich ist. hjr