30.11.2004
- 11:02
Lizenz zum Töten?.
Düsseldorf (kobinet) Selbstbestimmung und Gefahren einer neuen «Normalisierung der Tötung». Unter diesem Titel findet am 3. und 4. Dezember eine Veranstaltung in Düsseldorf statt. Der Veranstaltungsort ist das Haus der Kirche in der Bastionstraße 6. Die Tagung wird von der Arbeitsstelle Neonazismus, der Fachhochschule Düsseldorf in Kooperation mit bioSkop und actionsring frau und welt durchgeführt.
«Die Erfahrungen zeigen: Die Akzeptanz für Sterbehilfe in der Bevölkerung nimmt zu, wenn die medizinische und soziale Versorgung ein menschenwürdiges Leben und Sterben nicht mehr gewährleisten. Kosten-Nutzen-Kalkulationen im Gesundheitswesen fördern die Akzeptanz der Sterbehilfe. Die Angst vorm Sterben und vor Einsamkeit - insbesondere älterer Menschen - wird mobilisiert, um Patientenverfügungen rechtlich verbindlich zu machen», so die Veranstalter in der Ausschreibung.
Die Wegbereiter der Sterbehilfe und Gesundheitsökonomen könnten so medizinische Leistungen und Grundversorgungen beschränken, denn der Verzicht gelte als «selbstbestimmt». Anders als in den Niederlanden oder in Belgien solle in Deutschland die aktive Sterbehilfe (noch) nicht legalisiert werden. Hierzulande werde der Ruf nach passiv genannter Sterbehilfe immer lauter. Die aktuelle partei-übergreifende Initiative für ein Gesetz zur Autonomie am Lebensende sei dabei richtungweisend.
Der todbringende Abbruch einer medizinischen Behandlung und lebenserhaltenden Grundversorgung mit Nahrung oder Flüssigkeit bei nichteinwilligungsfähigen Kranken, aber noch nicht Sterbenden soll nach dem Willen einiger PolitikerInnen, Gerichte und ärztlicher StandesvertreterInnen zukünftig straffrei sein, sofern eine Erklärung vorliegt, die den «mutmaßlichen» Sterbewunsch erkennen lasse.
«Vor diesem Hintergrund und den historischen Erfahrungen mit der ‚Euthanasie' im Nationalsozialismus sollen die neuen Gefahren einer ‚Normalisierung der Tötung' diskutiert werden». elba
Anmeldung bei Adelheid Schmitz, Arbeitsstelle Neonazismus, Fachhochschule Düsseldorf, Universitätsstr. 1, 40 225 Düsseldorf, Tel. 0211 81-14625, Fax 0211 81-11490, E-Mail adelheid.schmitz@fh-duesseldorf.de
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