
Marburg (kobinet) Zum UN-Welttag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember hat heute die Lebenshilfe ihre Forderung nach Wohnplätzen für alt werdende Menschen mit einer so genannten geistigen Behinderung unterstrichen. Bundesvorsitzender Robert Antretter verlangte, akzeptable Lebensbedingungen zu schaffen. «Wer sich entrüstet über die Euthanasiemorde der Nazi-Zeit, wer sie als diabolischen Ausbund jeglicher Menschenverachtung geißelt, der muss auch akzeptieren, dass es jetzt in Deutschland zum ersten Mal Menschen mit geistiger Behinderung gibt, die 60 Jahre und älter werden. Für sie akzeptable Lebensbedingungen zu schaffen, kostet Geld. Deshalb fordern wir die Politik auf, unter Erhalt der Eingliederungshilfe ausreichende Wohnplätze zu finanzieren», so Antretter. Wer bereits in einer Wohnstätte lebe, dürfe nicht in eine reine Pflegeeinrichtung abgeschoben werden. Für besonders drängend hält Antretter das Problem der behinderten Menschen, die das Elternhaus nie verlassen haben. «Jetzt sterben die Eltern aus der Gründergeneration der Lebenshilfe. Ihr Leben lang haben sie für ihr behindertes Kind gesorgt. Allzu oft muss dann die Tochter, der Sohn mit 50 ins Altersheim. Was kann die Lebenshilfe tun, wenn wegen allgemeiner Finanznöte die Wartelisten immer länger werden, für neue Wohnplätze aber kein Geld da ist?» sch