
Berlin (kobinet) Die Stiftung Lebensnerv nimmt noch bis zum 28. Februar 2005 Vorschläge für den Destruktivin-Preis entgegen, mit dem negative Äußerungen von Medizinern gegenüber von Multipler Sklerose Betroffenen bedacht werden sollen. Normalerweise verleiht die Stiftung alle zwei Jahre einen Forschungspreis für herausragende Leistungen im Bereich der Psychosomatik bei Multipler Sklerose (MS). Jetzt hat die in Berlin beheimatete Stiftung erstmals zusätzlich eine Negativauszeichnung ausgelobt - den Destruktivin-Preis. Gesucht werden für diesen Preis negative Äußerungen, so genannte «Killersätze», die von Professionellen im Medizinbetrieb gegenüber MS-Betroffenen gesagt worden sind. Killersätze wie «Mit 40 sitzen Sie im Rollstuhl» oder «MS ohne kognitive Einschränkungen gibt es nicht» kommen meist von Ärzten oder Ärztinnen. Diese Sätze nagen nach Auffassung der Stiftung am Selbstwertgefühl und der Identität der Kranken und können sogar eine negative Eigendynamik entwickeln. «Unser Wunsch ist es, die Professionellen im Medizinsystem für ihre Worte und deren Wirkung zu sensibilisieren», sagt Stiftungsvorsitzende Dr. Sigrid Arnade in der neuen Ausgabe der Stiftungszeitschrift Forum Psychosomatik. «Gleichzeitig möchten wir den Betroffenen verdeutlichen, dass sie nicht alleine sind und dass sie nicht alles glauben sollen.» Der nach Meinung einer Jury «verheerendste» Satz erhält den symbolischen Destruktivin-Preis. sch Weitere Informationen gibt es bei der Stiftung. Einsendungen per Brief, Fax oder mail sind bis zum 28. Februar 2005 möglich: Stiftung LEBENSNERV Krantorweg 1, D - 13503 Berlin Tel.: 030/4363542 Fax: 030/4364442 e-mail: lebensnerv@gmx.de www.lebensnerv.de