
Köln (kobinet) Mit Blick auf den Internationalen Tag der Behinderten am 3. Dezember forderte heute Johannes Freiherr Heereman, der Geschäftsführende Präsident des Malteser Hilfsdienstes, verantwortliche Wissenschaftler und Politiker zum Umdenken auf. «Behinderte Menschen werden in Deutschland immer subtiler an den Rand gedrängt - nicht mit aggressiven Gesten, sondern mit Methoden der 'einfühlsamen' Diskriminierung! Schwangeren rät man, mit Rücksicht auf sich selbst abzutreiben, wenn ein behindertes Kind droht. Verbrauchende Embryonenforschung wird als Hoffnung für Kranke und Behinderte gutgeredet. So als könnte ein querschnittsgelähmtes Mädchen eines Tages doch noch Weltmeisterin im 100-Meterlauf werden, wenn heute nur genug Geld in die Forschung investiert wird», sagte Heereman. Es sei «paradox bis diabolisch», dass manche Politiker sich dennoch selbst bestätigen, welche Fortschritte in den vergangenen Jahren mit sozialpolitischen Maßnahmen zur Gleichstellung Behinderter gemacht wurden. «Mit der einen Hand klopft man sich auf die soziale Schulter der Behindertenfreundlichkeit, mit der anderen Hand bastelt man munter weiter an einer schönen, neuen Gesellschaft ohne Behinderte.» Heereman drängte darauf, die Existenz von rund 6,6 Millionen schwerbehinderten Menschen in Deutschland endlich als Chance zu begreifen. sch