
Schwäbisch Hall (kobinet) Mit einem Festakt hat das Regionalzentrum der Landesversicherungsanstalt (LVA) in Schwäbisch Hall heute seinen Anbau eingeweiht. An der Planung waren behinderte Menschen maßgeblich beteiligt.
Man sah Dr. Falk-Gero Borrmann, dem Ersten Direktor der LVA Baden-Württemberg die Freude an, mit der er die Veranstaltung eröffnete. Der Anbau an das bestehende Regionalzentrum war notwendig geworden, da das alte Gebäude einerseits zu klein und kaum barrierefrei war. Staatssekretärin Johanna Lichy vom baden-württembergischen Sozialministerium betonte wie wichtig es sei, für die Aufgaben der kommenden Jahre gerüstet zu sein. Dies gelte insbesondere durch die Zusammenführung der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) und der LVA.
Nicht nur die räumliche Nähe, sondern vor allem die gute und enge Zusammenarbeit, die Entscheidungen «auf kurzem Wege» möglich machen, lobten sowohl die Vorsteherin des Finanzamtes Schwäbisch, Ruth Kierspel, die stellvertretende Geschäftsführerin der AOK, Hiltrud Nehls, als auch Ulrich Eberle, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit.
Hubert Seiter, Direktor der LVA überreichte dem Regionaldirektor und Hausherrn, Helmut Hellstern, einen überdimensionalen Schlüssel, der einem Tennisschläger die Ehre gemacht hätte. Er betonte, dass das neue Gebäude wegen seiner umfassenden Barrierefreiheit etwas besonderes sei. Hellstern erklärte seinerseits, dass gerade auch in der Funktion als Gemeinsame Servicestelle es sehr wichtig sei, für alle Menschen barrierefrei erreichbar zu sein. Dies würde durch den Anbau gewährleistet. Durch entsprechende Übergänge könnten nun auch Rollstuhlfahrer nicht nur den neuen, sondern auch den alten Gebäudetrakt erreichen.

Tatsächlich wurden bei der Planung nicht nur die Belange von Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern berücksichtigt, sondern auch von Hör- und Sehbehinderten, bzw. Gehörlosen und Blinden. So ist die Sprachansage im ausreichend großen Aufzug schon eine Selbstverständlichkeit, ebenso wie die elektrisch bedienbaren Türen in der Tiefgarage, deren Behindertenparkplätze nahe des Eingangs zum Aufzug eingerichtet wurden. Kleines Manko: Der Schalter für die elektrische Tür ist an einer etwas ungünstigen Position angebracht. Das stellte Elke Bartz vom Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen, die auch schon bei der Planung Anregungen geben konnte, beim Rundgang durch das Gebäude fest. Im Erdgeschoss, das naturgemäß von den meisten Besuchern frequentiert wird, gibt es nicht nur eine, sondern gleich drei barrierefreie Toiletten: eine für Damen, eine für Herren und eine für Mitarbeiter.
Damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren künftigen Aufgaben mit viel Energie entgegen sehen können, hatte Bartz Regionalzentrumsleiter Hellstern als Gastgeschenk ein Körbchen mit Traubenzucker und Schokoriegeln überreicht.
Besonders positiv: Das Regionalzentrum Schwäbisch Hall soll bei künftigen Neu- und Umbauten beispielgebend sein. So wurde eigens ein Leitfaden, der weit über die DIN-Normen für barrierefreies Bauen hinaus geht, entwickelt. omp