02.12.2004
- 15:47
«Ästhetische Bedenken» gegen Menschen mit Behinderungen?.
Frankfurt a.M. (kobinet) Der Club Behinderter und ihrer Freunde in Frankfurt am Main (CeBeeF) wandte sich heute mit einem offenen Brief an die Magistrats- und Stadtverordneten und fordert die sofortige Barrierefreiheit und Zugänglichkeit zur U-Bahnstation Alte Oper (kobinet-nachrichten 29.11.2004). Die Frankfurter Rundschau hatte M. Hootz vom Frankfurter Stadtplanungsamt mit den Worten zitiert: die Aufzugtürme würden «in der Sichtachse zum Lucae-Brunnen stehen und die Ästhetik beeinträchtigen».
Seit 16 Jahren wird der Bau eines barrierefreien Aufzuges auf dem Opernplatz zur U-Bahnstation aus «ästhetischen Gründen» blockiert. Der CeBeeF, der sich seit dreißig Jahren in Frankfurt für das Selbstbestimmungsrecht von Menschen mit Behinderungen einsetzt, fragt: «Welche Menschenverachtung und Arroganz muss hinter dieser Äußerung stehen? Mit welchem Recht wird in Frankfurt das Grundgesetz gebrochen?» Gefordert wird von den Verantwortlichen der Stadt Frankfurt die sofortige Barrierefreiheit und Zugänglichkeit zur U-Bahnstation Alte Oper. Technische Möglichkeiten, so der CeBeeF, gebe es inzwischen genug. Verwiesen wird auf das Beispiel elektrohydraulischer Kompaktanlagen wie Hubtreppen von der Firma Steins & Steins. So könnten denkmalschützerischen oder architektonischen Gegebenheiten Rechnung getragen werden, um Rollstuhlfahrern den ungehinderten Zugang zu ermöglichen.
Jeder Mensch habe das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit - Pech gehabt, wenn sein Rollstuhl die Ästhetik stört, heißt es in dem Protestschreiben des CeBeeF. Die Behindertenbeauftragte der Stadt Frankfurt am Main, Friederike Schlegel, war gegenüber kobinet-nachrichten nicht zu einer öffentlichen Stellungnahme über den Vorgang bereit. Sie habe die Angelegenheit noch nicht hinreichend recherchiert. hjr
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