Berlin (kobinet) In der Bundeshauptstadt sollen Leistungen für behinderte Menschen weiter gekürzt werden. Diesmal sind es die Mittel für das Präventionsschwimmen für behinderte Kinder und Jugendliche. Der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hat zugestimmt, die Ausgaben dafür ersatzlos zu streichen. Betroffen sind rund 900 behinderte Kinder und Jugendliche. Der Berliner Behindertenverband (BBV) protestiert: «Wer bei der Gesundheitspräventions 'spart', macht alles teurer.»
Der BBV schwanke zwischen Bewunderung über diese Unverfrorenheit und Wut über diese Kaltschnäuzigkeit, erklärte dazu der Vorsitzende des Verbandes, Dr. Ilja Seifert. «Eine der grundlegendsten Erkenntnisse der jahrelangen Diskussionen über moderne Gesundheitspolitik lautet: Prävention ist die beste Gesundheitsversorgung. Und was tun diejenigen, die solche Erkenntnisse in praktische Politik überführen sollen? Das Gegenteil», kritisiert Seifert. Er verweist darauf, dass dadurch die «Einsparungen» im Landeshaushalt eher über kurz als über lang vervielfacht anderweitig als Kosten zu Buche schlagen werden. «Nicht zuletzt bei den Betroffenen. Und dass sich wieder fast tausend junge Berlinerinnen und Berliner weniger wohl fühlen, scheint gar niemanden zu interessieren», ärgert sich Seifert und fordert seitens des BBV das Abgeordnetenhaus auf, dieser Kürzung nicht zuzustimmen. hjr