Kopf-Werbung und Navigation überspringen
Kopf-Werbung überspringen

Werbung
Werbebanner zu Hier könnte Ihre Werbung sein
Werbebanner zu Marsch aus den Institutionen
Werbebanner zu Bundesinitiative daheim statt heim
Werbebanner zu Beratungstelefon Persönliches Budget
Link zur Startseite Link zur Inhaltsübersicht Link zu Informationen Link zur Kontaktseite
Druckversion
13.12.2004 - 19:38

Wird Tötungsphilosoph Peter Singer in Deutschland hoffähig?.

Düsseldorf/Stuttgart (kobinet) An der Heinrich-Heine-Universität war heute Abend trotz zahlreicher Proteste der umstrittene australische Philosoph Peter Singer eingeladen. Der Bioethik-Professor hatte als Thema «Neue Betrachtungsweisen eines alten Verhältnisses. Der Wandel der Beziehungen zwischen Mensch und Tier» gewählt. Nach 15-jähriger Debatte über Redeverbot im deutschsprachigen Raum war ihm in Heidelberg und Düsseldorf erstmals ein öffentliches Podium zugestanden worden. Auf einer internationalen Konferenz in Heidelberg sprach sich der Ethiker für die aktive Tötung schwerstbehinderter Menschen aus. Der Bundesverband der evangelischen Behindertenhilfe forderte zuvor noch, Peter Singer in Deutschland kein Podium für Agitationszwecke zur Verfügung zu stellen. «Wenn Ärzte vor die Entscheidung gestellt werden, ein schwer behindertes neugeborenes Kind oder ein gesundes Schimpansenbaby zu retten, so halte ich es für legitim, das Leben des Affen dem des behinderten Menschen vorzuziehen», konstatierte Singer in seinem Heidelberger Vortrag. Das Lebensrecht eines Menschen knüpfte er an Fähigkeiten wie Selbstbewusstsein und einen Sinn für Zukunft. Wer diese Fähigkeiten nicht besitze, so unterstrich Singer nochmals in seinem öffentlichen Diskurs, der habe auch kein Recht auf Leben. «64 Jahre nach zigtausendfachem Mord an Menschen mit Behinderungen in Deutschland darf offensichtlich das Lebensrecht behinderter, schädelhirnverletzter und auch schwerstpflegebedürftiger alter Menschen wieder öffentlich in Frage gestellt werden», so der erste Vorsitzende des BeB, Pfarrer Klaus-Dieter Kottnik. «Dies ist ein Angriff auf die Menschenwürde, die das Grundgesetz allen Menschen zuerkennt! Und es ist ein Schlag gegen die Grundlagen des christlichen Menschenverständnisses, das zu den Grundfesten des demokratischen Deutschland gehört», sagte der Pfarrer. Wie am vergangenen Freitag die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland protestiert der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe mit aller Entschiedenheit gegen die Auftritte des australischen Philosophen in Deutschland. Seine Thesen sind in vielen Fachdiskussionen und auch in den Auseinandersetzungen der Enquete-Kommission «Recht und Ethik der modernen Medizin» mannigfaltig widerlegt worden. «Augenscheinlich aber ist es in einer Zeit der Diskussion um Sozialstandards wieder opportun, das Lebensrecht der Menschen, die sich nicht dagegen wehren können, unter dem Deckmantel vermeintlicher Humanität anzuzweifeln», folgert Kottnik aus der Tatsache, dass Singers Heidelberger Vortrag nahezu unangefochten öffentliches Gehör fand. sch  

Leserbrief schreiben
Artikel versenden

Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Peter Braun schrieb am 15.12.2004, 10:29

Zurück in die Vergangenheit

Wenn Herr Singer vor 70 Jahren nach Mecklenburg gekommen wäre hätte er in der Ärzteführerschule Alt Rehse ein dankbares Publikum gefunden.

In diesem Ort wurde von 1935 bis 1945 die reichsweit beispiellose Einrichtung für die Indoktrination der deutschen Ärztinnen und Ärzte, Hebammen, Apothekerinnen und Apotheker und der Amtsärztinnen und Amtsärzte errichtet und betrieben.
Hier wurden die Helfershelfer für die rassenhygienischen Zielstellungen der Nazis geschult und ausgebildet.
Die „Führerschule der deutschen Ärzteschaft Alt Rehse“ wurde von vielen führenden Nationalsozialisten besucht und nahm innerhalb der ärztlichen Fortbildung im „Dritten Reich“ eine zentrale Rolle ein. Hier wurden den Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmern grundlegende Kenntnisse über die weltanschaulichen und rassenpolitischen Zielsetzungen der NS-Gesundheitspolitik vermittelt.
Auf der Grundlage von „Eugenik“ bzw. „Rassenhygiene“ wurde von den Dozenten eine Gesundheitspolitik verbreitet, die zu den gesetzlich vorgeschriebenen Zwangssterilisationen an „rassisch minderwertigen“ und angeblich „erblich belasteten“ Menschen bis hin zum tausendfachen Mord an Patientinnen und Patienten in den Heil- und Pflegeanstalten führte.
Damit wurden solche Aktionen wie T4 ideologisch vorbereitet und die Grundlagen für den Mord an Patientinnen und Patienten gelegt. Mediziner als Anzeigendende, als Richter und als Vollstrecker!

Welche Lebens- und Teilhabechancen haben heute ein Mensch, ein Kind, ein Jugendlicher, eine Frau oder ein Mann, wenn er/sie/es nicht der Norm entspricht? Was macht Herr Singer mit seiner menschenverachtenden „Philosophie“ schon wieder in Deutschland und was machen die Nazis schon wieder in den Parlamenten?
Haben wir die Vergangenheit schon aufgearbeitet und überwunden oder steht sie uns wieder bevor?


Druckversion
Seitenanfang
Startseite

an den Anfang springen
Impressum

Validiert nach
Valid HTML 4.01
Mediadaten

© 2002-2008 kobinet-nachrichten

Dieser Internetauftritt wurde mit dem Content Management System @it
der dimedis GmbH, Köln erstellt.