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kobinet-nachrichten 16.12.2004 - 10:13
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Blunkett tritt zurück

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London (kobinet) Am 15. Dezember 2004 hat der britischer Innenminister David Blunkett (57) seinen Rücktritt eingereicht. Sein Rücktritt ist die Konsequenz einer wochenlangen Diskussion um den Vorwurf des massiven Amtsmissbrauchs. Blunkett soll im Zusammenhang mit einer Aufenthaltsgenehmigung für seine damalige Freundin seinen Einfluss als Minister unrechtmäßig ausgenutzt haben. Auch wenn sich Blunkett den Vorfall nicht bestätigt, tritt er zurück und begründet dies so: «Meine Integrität wurde in Frage gestellt.» Premierminister Tony Blair nahm den Rücktritt mit «großem Bedauern» an. Auch die österreichische Botschaft geriet öffentlich in die Auseinandersetzungen um den angeblichen Amtsmissbrauch Blunketts: Londoner Zeitungen hatten behauptet, dort sei ein Visum für das Kindermädchen der ehemaligen Freundin des Innenministers bevorzugt und damit entgegen Vorschriften behandelt worden. Botschafter Alexander Christiani erklärte in den Oberösterreichischen Nachrichten, dass der Fall den üblichen Dienstweg gegangen sei. Dennoch wurde eine interne Untersuchung eingeleitet.

Einer glanzvolle Karriere

Der blind zur Welt gekommene David Blunkett kam als Arbeitersohn in der Stahlstadt Sheffield zur Welt. In der Abendschule erwarb er seine Reifeprüfung und kam über den Stadtrat seiner Heimatstadt, dessen Vorsitzender er schließlich wurde, in die Politik. Landesweit, aber auch bereits international bekannt wurde er, als er 1987 als erster blinder Abgeordneter in das Unterhaus einzog. Mitsamt seiner schwarzen Labradorhündin Lucy. Als Mitglied des Labour-Schattenkabinetts saß Blunkett im Parlament in der ersten Reihe, vor ihm lag stets Lucy. Als die Labour-Partei 1997 die Wahlen gewann wurde Blunkett Bildungsminister im Kabinett von Premierminister Tony Blair. Im Jahr 1998 stellte sich Blunkett auf die Seite der Behindertenbewegung als der britische Finanzminister drastische Kürzungen bei Leistungen für behinderte Menschen plante. Am 8. Juni 2001 übernahm er das Innenministerium. Seine Linie im Innenministerium war er sehr umstritten, weil er sehr harte Maßnahmen im Sicherheitsbereich und bei der Anti-Terror-Bekämpfung veranlasste. Man verpasste ihn den Spitznahmen David «Big Brother» Blunkett. Doch dies tat seiner Stellung im Kabinett Blair einen Abbruch. Im Gegenteil: Er galt als einer der engsten Vertrauten von Premierminister Blair.

Der schnelle Absturz

Man könnte die Vorfälle etwas blumig mit «Liebe, Macht, blind» umschreiben. Nach den wochenlangen Vorwürfen um Amtsmissbrauch in den Medien und den ersten Ergebnissen einer Untersuchung kam der tiefe Fall. Es tauchte ein Fax und E-Mails aus dem Büro von Blunkett auf. Darin soll stehen: «keine Gefälligkeit, aber ein bisschen schneller». Doch der nun geschwächte Blair versicherte Blunkett beim Abschied: «Du verlässt die Regierung mit intaktem Ansehen und deine Leistungen werden von allen akzeptiert». lad 

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