
Wiesbaden (kobinet) «Das Gesetz, das die Landtagsmehrheit heute verabschieden will, ist und bleibt ein Torso. Wir haben in unserem Gesetz eine Reihe dieser und auch anderer Vorschläge aufgenommen, um eine wirkliche Gleichstellung behinderter Menschen voranzubringen. In der zweiten Lesung hat Frau Dörr hierzu gesagt, es handele sich um unerfüllbare Wünsche, um einen Wunschkatalog. Das ist genau der Unterschied in unserer Herangehensweise. Ich halte es nicht für einen unerfüllbaren Wunschtraum, dass auch behinderte Menschen eines Tages ganz selbstverständlich den öffentlichen Personenverkehr nutzen können. Ich halte es nicht für einen reinen Wunschtraum, dass eines Tages auch blinde Menschen öffentliche Einrichtungen selbstständig besuchen können, dass gehörlose Menschen an allen wichtigen Stellen auf Menschen treffen, mit denen sie in ihrer Sprache, der Gebärdensprache kommunizieren können oder dass so genannte geistig behinderte Menschen mit Lernschwierigkeiten durch die Verwendung einfacher Sprache und Symbole gleichberechtigt am Leben der Gemeinschaft teilnehmen können», so begann der grüne hessische Landtagsabgeordnete Dr. Andreas Jürgens seine Rede zur Verabschiedung des Hessischen Behinderten-Gleichstellungsgesetzes, das diese Woche trotz massiver Proteste der Behindertenverbände verabschiedet wurde. Der gesamte Redebeitrag von Dr. Andreas Jürgens, der aufzeichnet, warum das hessische Gleichstellungsgesetz so scharf kritisiert wird, ist nun auf dessen Internetseite eingestellt. omp www.andreas-juergens.de/cms/default/dok/51/51975.redebeitrag_im_plenum_zum_gleichstellung.htm
Uwe Heineker schrieb am 19.12.2004, 14:55
... und zeigt auch deutlich, wie weit wir noch vom allen Seiten propagierten Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik entfernt sind, dieser Begriff somit mißbraucht wird und welchen Stellenwert somit behinderte Menschen in dieser unseren Gesellschaft weiterhin haben. Was schrieb der Frankfurter Publizist Ernst Klee Mitte der 70er Jahre in seinen 'Behindertenreport'? "Behinderte sind Deutschlands größte und am meisten vernachlässigte Minderheit" ...