
Von kobinet-Redakteurin Elke Bartz
Leipzig (kobinet) Die Behindertenaktivistin aus Leipzig hat heute das Schwabenalter erreicht. Damit folgt sie anderen Persönlichkeiten wie Ottmar Miles-Paul und Hape Kerkeling, die im gleichen Jahr geboren wurden. Anders als diese Beiden steht Isolde Hauschild weniger im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Die Rollstuhlfahrerin agiert meistens im Verborgenen, sprich vom PC oder dem Telefon aus, aber durchaus nicht weniger erfolgreich.
Bekannt in der «Szene» wurde sie durch ihre «Unendliche Geschichte», in der sie über vier Jahre hin den dornigen Weg zum Arbeitgebermodell darstellte. Als erste behinderte Arbeitgeberin für ihre Assistentinnen in Sachsen leistete sie Pionierarbeit für etliche andere, die ihr zwischenzeitlich gefolgt sind. Obwohl der Kampf mit den Behörden oft sehr belastend war, wurde sie nie verbittert, hat sich vielmehr ihre feine Ironie und ihren Humor behalten. Kein Wunder, dass viele kaum erwarten konnten, bis die jeweiligen Folgen der Geschichte erschienen. Als es endlich geschafft und die Finanzierung des Arbeitgebermodells über ein Gerichtsverfahren erstritten war, haben viele Menschen mit ihr aufgeatmet. Durch ihren Kampfgeist und ihr gesundes Selbstbewusstsein hat sie anderen Mut gemacht, ebenfalls ihr selbstbestimmtes Leben durchzusetzen.
Mittlerweile berät sie als stellvertretende Vorsitzende des Forums selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA) bis weit über Sachsens Grenzen hinaus. Nach wie vor erfreuen sich ihre Erlebniserzählungen großer Beliebtheit. Ob in Landtagsausschüssen oder in anderen Gremien: Sie versteht es, sehr deutlich und für jeden verständlich zu machen, wo und wie behinderten Menschen die gleichberechtigte Teilhabe erschwert oder gar verwehrt wird. Ohne Isolde Hauschild wäre die Behindertenbewegung ein ganzes Stück ärmer.
Als kobinet-Redakteurin gratuliere ich Isolde Hauschild im Namen der gesamten Redaktion; als ForseA-Vorsitzende gratuliere ich unserem Verein zu einem tollen Vorstandsmitglied; und als Privatperson wünsche ich mir, dass unsere Freundschaft noch viele Jahre Bestand haben wird.