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kobinet-nachrichten
24.12.2004 - 14:17
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Schauenburg (kobinet) Der Schauenburger, der aus Protest gegen das Gebaren der GVV-Versicherung in Hungerstreik getreten ist, beendet ihn heute Abend auf Wunsch seiner Familie. Noch kein Einlenken der Versicherung. «Während meine Familie heute Abend Lendchen essen wird, bekomme ich eine Gemüsebrühe», berichtet Uwe Meister heute auf Nachfragen von kobinet-nachrichten. Der Körper müsse nach dem zwölftägigen Hungerstreik erst langsam wieder an Nahrung gewöhnt werden. «Eigentlich wollte ich weiter hungern, bis die GVV endlich reagiert und die Kostenübernahme für die von mir dringend benötigten Hilfen zusagt. Aber meine Frau Bärbel hat mich gebeten, den Hungerstreik heute zu beenden», so der 54-Jährige weiter. Zu dem schwerwiegenden Entschluss, durch den Hungerstreik auf seine Situation aufmerksam zu machen, war Meister gekommen, weil die Versicherung die Kostenübernahme immer wieder verzögert (siehe auch kobinet-nachrichten vom 21. Dezember). Sie beruft sich ständig auf das Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse, der Meister nach seinem Motorradunfall vor gut zweieinhalb Jahren in die Pflegestufe II einstufte. Die Hilfen, die er benötigt, gingen weit über die grundpflegerischen Hilfen hinaus, betont Meister: «Oder darf ich das Haus nicht mehr verlassen, einkaufen, Freunde besuchen usw. Mein Traum ist es, eines Tages wieder berufstätig sein zu können» sagt der Architekt. Ohne Hilfe sei das nicht mehr möglich, da er durch den Unfall sowohl schwere Behinderungen an den Armen als auch an den Beinen davongetragen hat. «Es tut mir immer wieder weh, wenn ich sehe, welche Einschränkungen meine Frau durch den von mir unverschuldeten Unfall hinnehmen muss. Sie hat schließlich meine komplette Pflege übernommen. Es kann sich niemand vorstellen, wie ich mich fühle, wenn meine Frau Einladungen immer wieder absagt mit der Begründung ‚Ich kann nicht fort, Uwe braucht mich'». Meister betont, dass ihm die Solidarität der kobinet-Leserinnen und -Leser sehr geholfen hat, den Hungerstreik gut zu überstehen. Die Versicherung hat jedoch trotz etlicher Schreiben der kobinet-Leserinnen und -leser noch nicht reagiert. Auf Nachfrage des Berliner Rechtsanwalts Gundlach, der Meister vertritt, hat die GVV vor drei Tagen angekündigt, sich schriftlich zu melden. Das Verfahren würde den Rechtsweg gehen. Bis heute hat Uwe Meister jedoch noch nichts Schriftliches in den Händen. «Es ist also immer noch nicht ausgestanden», so Uwe Meister. Wenn die GVV bis nach den Feiertagen keine akzeptable Lösung anbietet, wird er bei Gericht eine einstweilige Verfügung beantragen. elba
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