
Berlin (kobinet) Angesichts der Naturkatastrophe in Südostasien haben Bundesaußenminister Joschka Fischer, die Deutsche Welthungerhilfe und weitere Hilfsorganisationen heute dazu aufgerufen, für die Opfer zu spenden statt Geld für Silvesterböller auszugeben. Die Bürger sollten sich überlegen, ob sie statt Böller an Silvester nicht lieber den entsprechenden Gegenwert auf die verschiedenen Spendenkonten der Hilfsorganisationen überweisen könnten, sagte Fischer. Angesichts der großen Tragödie «werden wir in unserer Familie zu Silvester auf die Feuerwerkskörper verzichten und das Geld für die Nothilfe spenden», so Ingeborg Schäuble, die Vorsitzende der Deutschen Welthungerhilfe. Sie rief dazu auf, in diesem Jahr auf die Böller zu verzichten und das Geld Hilfsorganisationen für den Kauf von Lebensmitteln, Decken und Trinkwasser zu spenden. Mitarbeiter der Deutschen Welthungerhilfe versorgen bereits seit dem Wochenende Flutopfer in Sri Lanka, Thailand und Indien mit Reis, Linsen, Decken, Planen, Kochutensilien und Trinkwasser. Insgesamt hat die Hilfsorganisation eine halbe Million Euro für Soforthilfe bereitgestellt. Nach dem verheerenden Seebeben erkunden Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Gebiete der betroffenen Region. Ein Flugzeug mit 32 Tonnen Hilfsgütern zur medizinischen Notversorgung wird sobald als möglich nach Sumatra in Indonesien starten. Sumatra war sowohl direkt von den Erschütterungen des Seebebens als auch von den Flutwellen betroffen. Sumatra ist das dem Epizentrum des Erdbebens am nächsten gelegene Landgebiet und scheint mindestens so stark betroffen zu sein wie Sri Lanka und Indien. «Wir machen uns darauf gefasst, den Schaden von zwei aufeinanderfolgenden Katastrophen vorzufinden: Dort haben sowohl das Erdbeben und die Nachbeben als auch die nachfolgenden Flutwellen Verwüstungen angerichtet», sagte Jan Weuts, der von Brüssel aus den Nothilfeeinsatz der Ärzte ohne Grenzen in Indonesien koordiniert. sch
Christian Ammering schrieb am 29.12.2004, 15:02
Sehr geehrter Herr Bundesaußenminister,
ich kann ihren Spendenaufruf gut nachvollziehen und werde auch spenden. Bitte überlassen Sie jedoch dem mündigen Bürger „anstatt“ was die Spende finanziert werden soll.
Warum nicht: „Spenden statt Sekt“, „Spenden statt Lachshäppchen“ oder „Spenden statt Dienstwagen“…
Die Feuerwerkskörper, die Sie vermeiden möchten, werden übrigens zum größten Teil aus China uns Südasien importiert. Wollen Sie die Menschen dort doppelt strafen, indem Sie hierzulande den Markt für ein wichtiges Exportgut kaputt machen?
Was spenden Sie eigentlich für die Flutopfer? Auf Ihren Webseiten www.joschka.de und www.auswaertigesamt.de findet sich jedenfalls kein Hinweis auf private Spenden ihrerseits.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Ammering