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31.12.2004 - 10:45

Kritische Bilanz zum Jahreswechsel.

Berlin (kobinet) Am Ende dieses Jahres geht es den Menschen mit und ohne Behinderungen - in Berlin und deutschlandweit - eher schlechter statt besser. Diese Bilanz zog der Berliner Behindertenverband. Verbandsvorsitzender Ilja Seifert kritisierte den «rabiaten Sozialabbau», der mit einer zunehmenden Erkaltung zwischenmenschlicher Beziehungen einher gehe. Eine immer weitere «Reduzierung jedweder staatlichen und/oder sonstigen öffentlichen Förderung auf eine betriebswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Rechnung» habe die realen Lebens- und Teilhabebedingungen von Menschen mit Behinderungen voll erfasst. Die Beschäftigungssituation behinderter Menschen sei längst wieder so schlecht wie vor dem 50.000-Job-Programm der Bundesregierung von 2000 bis 2002. «Die Arbeitslosenquote Schwerbehinderter liegt weit oberhalb der allgemeinen, die ihrerseits schon unverantwortlich ist. Wie viele von uns längst nicht mehr in der Statistik erscheinen - weil sie mit einer kleinen Rente abgespeist wurden oder sich weitere Ablehnungen nicht mehr antun wollten und daher ‚freiwillig' auf die Arbeitsplatz-Suche verzichten -, können wir nicht nachprüfen», betonte Seifert. Dass unter diesen Umständen die nunmehr angekündigte Job-Initiative mit großer Skepsis betrachtet werde, dürfte nicht sehr verwundern. «Wahlkampf-Strohfeuer brauchen wir jedenfalls nicht.» sch  

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Peter Braun schrieb am 01.01.2005, 13:21

Vernichtende Bilanz

Ein schwieriges Jahr 2004 geht nicht nur für die Menschen mit Behinderungen in der BRD zu Ende. Leider kann man als Behindertenbewegter der Bilanz von Ilja Seifert wirklich nichts Positives hinzufügen.
Es bleibt zu hoffen, dass er ob dieser „Schreckens-Bilanz“ nicht wieder zum Prügelknaben gemacht wird. Verantwortliche für diese behindertenfeindliche Politik in Bund, Land und Kommunen bleiben nun mal die politisch Agierenden.
Es ist eigentlich schade, dass Kobinet-Nachrichten die 6 seitig umfassende Analyse von Ilja Seifert nicht ins Netz gestellt hat. Dies Papier bietet eine gute Basis für ALLE MitstreiterInnen und MitdenkerInnen, sich über die aktuelle Lage der Behindertenbewegung in der Bundesrepublik Deutschland Gedanken zu machen und sich erneut dazu zu positionieren, wie wir uns den Paradigmenwechsel vorstellen und was wir tun können oder auch müssten, um unsere Vorstellungen im Jahr 2005 durchzusetzen.
Aber was noch nicht ist kann ja noch werden!
In der Hoffnung, dass wir die Kraft haben werden, uns dem Sozialraub im Jahr 2005 wirkungsvoller als bisher zur Wehr zu setzen, möchte ich als Kraftquell für 2005 auf ein Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach verweisen:
„Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.“

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