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kobinet-nachrichten
30.10.2003 - 17:40
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Von Guntram Hoffmann Berlin (kobinet) Zu den Ausführungen von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries zur erweiterten Forschung mit im Reagenzglas erzeugten Embryonen erklärte heute Reinhard Loske, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Leiter der AG Gentechnik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen: «Der Vorstoß von Frau Zypries ist weder verfassungs- noch forschungspolitisch notwendig. Die Rechtslage ist klar: In Deutschland stehen Embryonen zum Züchten, Klonen und zur verbrauchenden Forschung nicht zur Verfügung. Der Deutsche Bundestag hat mit dem fraktionsübergreifend beschlossenen Stammzellgesetz eine eindeutige Festlegung getroffen». Ein Stützpfeiler dieses Gesetzes sei laut Loske, dass Embryonen nach dem Grundgesetz die Menschenwürde zukommt. Auch gesellschaftspolitische Argumente sprächen gegen die verbrauchende Embryonenforschung. «Wir wenden uns gegen eine Kommerzialisierung und wollen nicht, dass der Embryo zur Ware wird. Eine Änderung des Stammzellgesetztes ist nicht erforderlich. Dies wird auch von den führenden Vertretern der Wissenschaft selbst bekräftigt. Mit der Stichtagsregelung ist ein enger Bereich definiert, in dem an embryonalen Stammzellen geforscht werden darf. Unter Forschungsaspekten ist es sogar sinnvoll, sich gezielt auf wenige Stammzelllinien zu beschränken, damit die Ergebnisse weltweit vergleichbar sind. Deshalb setzen wir uns auch im Rahmen der EU-Forschungspolitik für eine Stichtagsregelung ein. Die begrenzt zugelassene Forschung an embryonalen Stammzellen soll zum besseren Verständnis des Funktionierens adulter Stammzellen beitragen. Wir wollen einen Schwerpunkt in der Erforschung adulter Stammzellen setzen. Diese ist therapeutisch vielversprechend und ethisch unbedenklich», so der stellvertrentende Fraktionsvorsitzende der Grünen. Deutschland habe mit dem Stammzellgesetz einen guten Weg eingeschlagen. Der Schutz der Menschenwürde vertrüge keine Abstufungen. So genannte überschüssige Embryonen seien keine Embryonen zweiter Klasse. Ihnen die Menschenwürde abzusprechen, schaffe Abwägungstatbestände und würde diese Embryonen zum Spielball von Interessen Dritter machen. omp
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