
Kassel (kobinet) Der Landesbehindertenrat Hessen hat am Donnerstag im Kasseler Rathaus mit seiner konstituierenden Sitzung seine Arbeit in seiner nunmehr dritten Legislaturperiode aufgenommen. Das zwölfköpfige Gremium wählte dabei Michael Richter aus Marburg zum Vorsitzenden. Pandelis Chatzievgeniou, Andreas Kammerbauer und Ursula Schneider wurden zudem in den vierköpfigen Vorstand gewählt. Der bisherige Vorsitzende Andreas Bethke, der die Geschicke des Landesbehindertenrates vier Jahre geleitet hatte, trat aus beruflichen Gründen nicht mehr an. In seiner ersten Sitzung packte der Landesbehindertenrat auch gleich die heißen Eisen der gegenwärtigen hessischen Behindertenpolitik an. Er kritisierte dabei, dass es immer noch weiße Flecken im Hinblick auf die Einrichtung von Servicestellen gäbe und dass viele behinderte Menschen immer noch nicht wüssten, dass es diese überhaupt gäbe. Daher will sich das Gremium verstärkt mit den Servicestellen auseinander setzen und die Schulung der MitarbeiterInnen auch weiterhin voran treiben. Die Kommunalisierung der Sozialhilfe war ebenfalls ein Schwerpunkt des Treffens, während dem sich die Ratsmitglieder mit den Kasseler Erfahrungen eines Modellprojektes auseinander setzten. «Wir müssen sicher stellen, dass behinderte Menschen bei den anstehenden Veränderungen bei der Sozialhilfegewährung einbezogen werden, um zu verhindern, dass die behinderungsbedingten Mehrbedarfe nicht auf der Strecke bleiben», erklärte Pandelis Chatzievgeniou. Auch die Schaffung eines Landesgleichstellungsgesetzes stellt nach Ansicht von Michael Richter eine Hauptherausforderung für den Behindertenrat dar, denn es könne nicht sein, dass Hessen eine einsame Insel ohne Gleichstellungsgesetz in Deutschland wird, während fast alle anderen Länder um Hessen herum derartige Initiativen voran treiben. omp