Berlin (kobinet) Die Partei- und Fraktionsführung von Bündnis 90/Die Grünen ist wegen ihres kritischen Kurses gegen das globalisierungskritische Netzwerk Attac parteiintern unter Druck geraten. Nach der unter anderem von Attac organisierten Berliner Demonstration der Hunderttausend gegen die Sozialpolitik der rot-grünen Bundesregierung (kobinet-nachrichten 01.11.2003) äußerten führende Parteivertreter Unverständnis über den Abgrenzungskurs der Grünen-Spitze. Die harschen Worte gegenüber Attac seien «völlig unangemessen und daneben», sagte Fraktionsvize Christian Ströbele der Berliner Zeitung. Auch die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn, die erklärtermaßen selbst in vielen Punkten mit Attac übereinstimmt, distanzierte sich. Man müsse die Demonstranten ernst nehmen, sagte sie. Der Berliner Landesvorsitzende Till Heyer-Stuffer betonte, bei den Demonstranten habe es sich keineswegs nur um Besitzstandswahrer gehandelt, nachdem Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt zuvor von einem «Aufruf der Besitzstandswahrer» gesprochen hatte. Noch nach der Demo erklärte Ko-Vorsitzende Krista Sager aus Hamburg, Attac habe sich keinen Gefallen getan, «nun auch noch den Widerstand gegen die Sozialreformen organisieren zu wollen». Da einige Kreisverbände und die grüne Jugend Mitglied dieses Netzwerks sind, stieß der Anti-Attac-Kurs der Parteispitze auch an der grünen Basis auf Unmut. sch