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kobinet-nachrichten
12.02.2005 - 02:00
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org
Jena (kobinet) Als ein Ding der Unmöglichkeit hat sich eine geplante Reise mit der Deutschen Bahn für den Praktikanten im Jenaer Zentrum für selbstbestimmtes Leben Oliver Meier herausgestellt, der mit dem Rollstuhl von Jena nach Trier fahren wollte. «Ich hatte vor, in Begleitung eines Freundes am 18.2.2005 von Jena über Erfurt nach Trier zu fahren und am 27.2. wieder zurück zu kommen. Ich rief die Mobilitätszentrale der Deutschen Bahn an um alles zu klären und zu buchen. Mit der Hinfahrt gab es keine Probleme, mit der Rückfahrt jedoch dafür umso mehr. wir wollten über Nacht zurück fahren, das ging jedoch nicht, da ich die billigste Variante des Nachtzuges nehmen wollte, nämlich eine Liege. Da gab es schon unlösbare Probleme mit dem Rollstuhl, so dass diese Möglichkeit sehr schnell ausfiel. Also verlegten wir alles in der Zeit nach vorne, so dass wir 22:47 Uhr in Erfurt angekommen wären», so der Bericht von Oliver Meier an die kobinet-nachrichten. Zuerst gab es anscheinend «nur» die üblichen Probleme der Deutschen Bahn, die wohl viele gewöhnt seien: «So gab es Schwierigkeiten den behindertengerechten Wagon herauszufinden und meinen Begleiter mitzunehmen. Beides wurde aber nach einigem Hin und Her gelöst. Nach einer halben Stunde war alles, inklusive Umstiegshilfe, geklärt und gebucht und ich dachte: Ok, das lief ja 'relativ' reibungslos, bis auf die Sache mit dem Nachtzug und die üblichen Probleme, die ja zufrieden stellend gelöst wurden», so Oliver Meier. Der richtige Ärger begann für den Rollstuhlfahrer aber schon fünf Minuten später, als er einen Rückruf von der Mobilitätszentrale bekam. «Das mit dem 22:47 Uhr in Erfurt ankommen ging nicht, da ab 22:30 Uhr kein Servicepersonal mehr zur Verfügung stand. Also verlegten wir die Abfahrt in Frankfurt auf 15:09 Uhr vor. Das ging auch nicht, da dann nur fünf Minuten Zeit blieben für den Umstieg. Also verlegten wir die Abfahrt noch erheblich weiter vor auf 13:09 Uhr. Da stellte sich aber heraus, dass es zu dieser Zeit auf dieser Strecke keinen freien Rollstuhlplatz mehr gab. Jetzt waren wir beide erst einmal ratlos. Eine Änderung des Tages war auch nicht möglich. Und somit kamen wir an diesem Punkt nicht weiter und meine Reise mit der Bahn war erledigt». Und dann sollte Oliver Meier auch noch 15 Euro Stornogebühren zahlen, da die Mitarbeiterin der Mobilitätszentrale der Deutschen Bahn zuerst nur seine Rückreise stornieren wollte, bis ihr in den Sinn kam, dass er keine Stornogebühren zu zahlen hatte, wenn sie die komplette Reise stornierte. «So sollte ich zuerst auch noch Geld für die Unfähigkeit der Bahn zahlen. Nach rund einer Stunde Telefonieren hatte ich also nichts erreicht, außer dass ich einmal mehr von der Bahn enttäuscht wurde und wütend war. Die Bahnfahrt hätte 73 Euro gekostet, aber wenn die Bahn nicht fähig ist, das so zu organisieren, dass ich als Rollstuhlfahrer mitfahren kann, so werden mein Freund und ich uns einen Mietwagen für mindestens den doppelten Preis nehmen müssen und das sind einfach unakzeptable Zustände», so das Resümee von Oliver Meier. omp
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