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kobinet-nachrichten 12.02.2005 - 08:26
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Bett statt Jet

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Hollenbach (kobinet) Während gut verdienende Berufstätige auch mal über`s Wochenende mit einer Billigfluggesellschaft zu einem Trip nach Rom oder London jetten, müssen manche behinderte Frauen und Männer samstagabends um halb neun im Bett sein. Wie Elke Bartz, Vorsitzende des Forums selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA) berichtet, hat sie dieser Tage ein Brief erreicht, der wieder einmal mehr beweist, wie fremdbestimmt das Leben in vielen «Heimen» ist. «Der Brief hat mich persönlich sehr berührt, denn vieles kann ich aus eigenem Erleben gut nachvollziehen», berichtet die ForseA-Vorsitzende. «Der Brief beweist einmal mehr wie wichtig es ist, ambulante Wohnangebote zu schaffen und Arbeitplätze auf dem so genannten allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden, damit behinderte Menschen mitten in der Gesellschaft leben können». In dem Brief habe die 24-jährige Anke Kaynig, eine spastisch gelähmte ausgebildete Verwaltungsfachkraft ihre eigenen Erlebnisse geschildert und aufgezeigt, wie es ihrer gleichaltrigen ebenfalls behinderten Freundin in einem Behinderten«heim» ergeht. Während andere Frauen ihres Alters mal zum Wochenendetrip nach London jetten oder sich zumindest in der Disco austoben können, heißt es für Ankes Freundin, die auf personelle Hilfen angewiesen ist, um 17 Uhr zu Hause zu sein, nach Plan zu duschen und um 20.30 Uhr im Bett zu liegen. «Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir diesen recht persönlichen Brief auf unseren Internetseiten zur Kampagne ‚Marsch aus den Institutionen - Reißt die Mauern nieder' veröffentlichen dürfen», meint Bartz. «Nur durch solche Erfahrungsberichte können viele Nichtbehinderte nachvollziehen, was es heißt, in einem ‚Heim' zu leben und wie wichtig es ist, dass sich das so schnell als möglich ändert». hjr Der Brief im Wortlaut  

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Peter Baaken schrieb am 12.02.2005, 15:12

Rollentausch

Dieser erschütternde Bericht läßt doch den verständlichen Wunsch aufkommen, einen Rollentausch zu verankern.

Das heißt Verantwortliche/Entscheidungsträger, die solche Zustände zulassen, sollten - natürlich zeitlich befristet - diesen Zustand selbst erleben müssen. Vielleicht findet dann endlich ein beschleunigtes Umdenken statt. Andere Wege scheinem mir nicht mehr unbedingt zeitgerecht zielführend zu sein.

Nach meinem Kenntnisstand gibt es in Dänemark inzwischen einen Baustopp für Heime.

Darüber und über die Umwandlung von Heimen in dienstleistungsorientierte u. bedarfsgerechte Strukturen (ambulant vor stationär) muß verstärkt nachgedacht werden.

Aber auch der Marsch aus den Institutionen muß weitergehen.

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