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13.02.2005 - 02:00

Wo bleiben die Kirchen?.

Kassel (kobinet) Für das Netzwerk Artikel 3 ist es nicht nachvollziehbar, dass sich die deutschen Kirchen und ihre Wohlfahrtsorganisationen bei der immer schärfer werdenden Diskussion um das Antidiskriminierungsgesetz so zurückhaltend bis sogar abstinent zeigen. «Wo bleiben die Kirchen?», fragte daher der Pressesprecher des Netzwerk Artikel 3, Ottmar Miles-Paul, am Wochenende in Kassel. «Wenn es die deutschen Kirchen mit der Gleichstellung und Selbstbestimmung behinderter Menschen wirklich so ernst meinen, wie dies immer in Sonntagsreden durchklingt, ist jetzt die Zeit zum Handeln. Mit dem Antidiskriminierungsgesetz steht endlich eine politische Initiative auf der Tagesordnung, die entscheidend dazu beitragen kann, dass behinderte Menschen auch in Deutschland mehr Rechte bekommen, um gegen Diskriminierungen vorgehen zu können», so Miles-Paul. Auch wenn die Kirchen in einzelnen Bereichen des Gesetzes Probleme hätten, spräche nichts dagegen, dass sich diese für die Gleichstellung behinderter Menschen stark machen, wenn es diese damit wirklich ernst meinten. Vor allem die zum Teil derben Worte einiger CDU-PolitikerInnen gegen das geplante Antidiskriminierungsgesetz verdienten förmlich eine Antwort durch die Kirchen, womit diese sich auf die Seite der Diskriminierten stellten. «Auch wer bewusst schweigt, wenn Benachteiligungen offensichtlich sind, stellt sich damit eher auf die Seite der Diskriminierer als auf die der Diskriminierten», kritisierte Miles-Paul die Kirchen vor allem aufgrund der Tatsache, dass diese schon im Jahr 2002 erheblich mit dazu beigetragen hätten, dass das Antidiskriminierungsgesetz damals nicht verabschiedet wurde. Das Beispiel des Papstes, der trotz erheblicher körperlicher Beeinträchtigungen nach wie vor sein Amt und seine Verantwortung wahrnimmt zeige gerade vielen behinderten Menschen, was bei entsprechender Unterstützung alles möglich ist. Jetzt müssten die Kirchen auch konsequent dafür eintreten, dass behinderte Menschen auch nicht beim Abschluss von Verträgen benachteiligt werden dürfen. elba 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Dr. Henning Schmölder schrieb am 01.03.2005, 09:08

Und sie bewegt sich doch!

Wie schön, dass ich mich korrigieren kann!

Die Gesellschaft Katholischer Publizisten, der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU und der evangelische presse dienst (epd) beteiligen sich an der Presseratsinitiative. Das ist auch gut so!

Dr. Henning Schmölder schrieb am 15.02.2005, 11:27

Historisches Schuld-Problem?

Obwohl sich die Kirchen oft in hervorragender Weise für Schwache und Behinderte einsetzen, tun sie sich mit dem aktivem Eintreten für die Rechte Behinderter schwer.
Sie halten es - leider, leider - eher mit dem Papst Pius als mit Clemens August Graf von Galen, dem "Löwen von Münster", der wesentlich dazu beitrug, dass die unselige T4-Aktion beendet wurde. Historische Schuld, die noch nicht ausreichend aufgearbeitet ist, hindert auch heute noch daran, sich gegen Andere für "Schwache" (die es gar nicht mehr so sehr wären, wenn man sie nicht be-"hindern" würde).
Ich habe auch in Bezug auf die Presseratsinitiative bisher keine Reaktion von der Deutschen Bischofkonferenz sowie von der EKD erhalten.

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