
Schauenburg (kobinet) Für Uwe Meister war die Niederlage beim Verfahren für eine einstweilige Anordnung zur Finanzierung seiner Assistenzkosten gegen die GVV Versicherung ein Stich, der nicht nur ihn, sondern seine ganze Familie, bis ins Mark getroffen hat. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit dem Architekt aus Schauenburg. Im Juni 2002 wurde dieser unverschuldet mit seinem Motorrad angefahren und wartet bis heute auf eine Entscheidung über die Absicherung seines hohen Assistenzbedarfs. kobinet-nachrichten: Sie mussten letzte Woche eine ziemliche Enttäuschung hinnehmen als Ihr Antrag auf einstweilige Anordnung gegenüber der GVV Versicherung auf Zahlung Ihrer Assistenzkosten vor dem Kasseler Landgericht abgelehnt wurde. Wie haben Sie diese Niederlage persönlich weggesteckt? Uwe Meister: Niederlage! Habe ich, nachdem mir diese Hiobsbotschaft mitgeteilt wurde, auch gedacht und habe vor Enttäuschung fasst die Fassung verloren. Das ist die Kunst der Prozessführung würde sicher der Anwalt der GVV wieder zu seinem Erfolg sagen. Er hätte damit sicher Recht. Das war ein Stich der nicht nur mich, sondern meine ganze Familie, bis ins Mark getroffen hat. Sicher war das eine persönliche Niederlage. Trotzdem auch ein Sieg. Die GVV führt öffentlich vor, dass Betroffene keinerlei Chance gegen die Übermacht der Versicherungen haben. Dies wird sicher auch das Bewusstsein der anderen Betroffenen schärfen. kobinet-nachrichten: Wie werden Sie nun Ihren Pflegebedarf in Zukunft abdecken? Uwe Meister: Wie bereits in den letzten Wochen geschehen. Meine Familie, welche Gott sei Dank sehr groß ist, unterstützt meine Frau. Hier wären meine Kinder, meine Schwester aus Walkenried, meine Schwester aus Salzgitter, meine Schwester aus Dietzenbach, meine Schwägerin aus Paderborn, mein Bruder aus Heiligenrode, sowie unsere Freunde. Sie sehen, wir lassen uns nicht unterkriegen und so ersparen wir auch noch der GVV viel Geld. Hätte die GVV für meine Pflege und Betreuung bzw. Assistenz bereits nach meiner Entlassung aus der Klinik aufkommen müssen, so wären bis heute ca. 180.000 Euro von ihr hierfür zu zahlen gewesen. kobinet-nachrichten: Was heißt das nun juristisch für Ihre weitere Vorgehensweise? Uwe Meister: Weiß ich noch nicht! Ich bin kein Anwalt. Darüber bin ich auch sehr froh. Sie müssten mal lesen, was alles so gegen mich und meine Verletzungen zu Papier gebracht wurde. Beschämend kann ich da nur sagen. Wie angekündigt, werde ich alles im Internet veröffentlichen. Die Adresse meiner Homepage gebe ich in den nächsten Tagen bekannt. Dann ist hoffentlich Schluss mit den Halbwahrheiten. kobinet-nachrichten: Welche Lehren haben Sie aus Ihrem Verfahren gezogen, bzw. was können Sie Anderen raten, die in einer ähnlichen Situation sind? Uwe Meister: Vor meinem Unfall habe ich mich immer gefragt, warum manche Menschen Amok laufen, heute frage ich mich, warum es so wenige tun. Vielleicht schützt uns unser Glaube, die Hoffnung oder das was wir Menschlichkeit nennen. kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für Ihre Sache. (Das Interview führte kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul)