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16.02.2005 - 11:25

Ein-Euro-Jobs sind kein Allheilmittel.

Wiesbaden (kobinet) Die Hessische Arbeitsministerin Silke Lautenschläger hat die Bundesregierung aufgefordert, endlich einen Beschluss des Bundesrates umzusetzen und zukünftig die Inhaber von Ein-Euro-Jobs in der Arbeitsmarktstatistik als arbeitslos auszuweisen. «Bereits im Dezember hat der Bundesrat den entsprechenden Antrag Hessens beschlossen. Doch bei der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten wird dem nicht Rechnung getragen. Die Inhaber von Ein-Euro-Jobs werden nicht als arbeitslos erfasst und dargestellt, obwohl sie es sind», erklärte die Ministerin heute in Wiesbaden. Diese Verfälschung der tatsächlichen Lage, helfe den Betroffenen nicht. «Wir wollen keine Schönfärberei. Deshalb müssen die Ein-Euro-Jobs in der Statistik klar und transparent ausgewiesen werden. Denn es handelt sich nicht um eine Eingliederung, sondern um Arbeitsgelegenheiten, die Langzeitarbeitslose aktivieren und auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten sollen», betonte die Ministerin. Die Ministerin warnte davor, in den Zusatzjobs ein Allheilmittel zu sehen, das extensiv angewandt wird. Durch die Konzentration auf Ein-Euro-Jobs bestehe die Gefahr, dass die eigentlichen Vermittlungsaktivitäten ins Hintertreffen gerieten. Ziel müsse die Eingliederung der Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt sein, nicht deren «Dauerparken in gemeinnütziger Arbeit.» Silke Lautenschläger sprach sich für einen effizienten Einsatz dieses Instruments aus. Zusatzjobs seien eine sinnvolle Maßnahme, um bei Arbeitslosen die Arbeitswilligkeit zu prüfen und die Gewöhnung an einen normalen beruflichen Arbeitsablauf einzuüben. Sie seien als Brücke in den ersten Arbeitsmarkt gedacht. Es dürften aber keine regulären Arbeitsplätze ersetzt oder verdrängt werden. Nur zusätzliche Aufgaben, die sonst gerade nicht erledigt würden, dürften Gegenstand von Ein-Euro-Jobs sein, die von der öffentlichen Hand und den Wohlfahrtsverbänden angeboten werden. Zudem müssten sie befristet sein. Die Ministerin sprach sich für die Gründung von Beiräten vor Ort aus, die die Einrichtung der Ein-Euro-Jobs begleiten und in denen auch die örtlichen Arbeitsmarktakteure - Wirtschaft, Verbände, Organisationen - vertreten sein sollten. omp 

 
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