
Berlin (kobinet) Auf Initiative des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Berlin-Brandenburg und von Maneo (Schwules Überfalltelefon und Opferhilfe) findet morgen in Berlin eine Trauerkundgebung für Hatin Sürücü statt. Genau an dieser Stelle wurde am 7. Februar die junge Frau erschossen. Verhaftet wurden die drei Brüder, denen der emanzipierte Lebensstil der 23-jährigen Frau missfallen haben soll. Einer der drei Brüder soll die Waffe besorgt, der zweite geschossen und der dritte den Schützen begleitet haben. «Diese Tat ist kein Einzelfall. Immer wieder werden schwere Gewaltverbrechen an Frauen bekannt, die sich aus unterdrückenden Ehe- und Familienstrukturen befreien wollen. Sie werden gedemütigt, misshandelt und geschlagen. Motiv dieser Taten ist oft ein archaisches Verständnis von Familienehre, das ein selbstbestimmtes Leben von Frauen, oder auch von Lesben und Schwulen ausschließt. Zu Tätern werden meist die Väter, Brüder oder Söhne, die oft von anderen Familienmitgliedern unterstützt, gedrängt oder gedeckt werden», heißt es im Aufruf zu dieser Mahnwache am Tatort. Erforderlich sei gesellschaftliche Solidarität und ein Bündnis gegen die Gewalt, die auch öffentlich demonstriert wird. Den Tätern müsse deutlich gemacht werden, dass sie Verbrechen begangen haben und Vollstrecker eines falsch verstandenen Ehrbegriffs sind. Es gebe keinerlei moralische Argumente, die derartige Gewaltverbrechen rechtfertigen. sch