De-Institutionalisierung von Menschen mit Behinderungen...
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Kassel (kobinet) ...ein Schlüssel der Disability Studies, lautet der Titel einer Tagung, die am 15. April von 10 bis 17 Uhr in Kassel stattfindet. Sie wird in Kooperation des Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) mit der Philipps-Universität Marburg / FB Erziehungswissenschaften, Schwerpunkt Heil- und Sonderpädagogik, dem Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA) und der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) durchgeführt. Veranstaltungsort ist die Bruderhilfe in der Kölnischen Straße 108 - 112.
« Disability Studies - auch zu übersetzen mit Forschung zum Thema Behinderung - sind ein interdisziplinärer Wissenschaftsansatz, der entscheidend von den Behindertenbewegungen der USA und Großbritanniens geprägt wurde und nun auch in Deutschland Fuß fasst», heißt es in der Ausschreibung zur Tagung.
Grundlage der Disability Studies sei ein soziales Modell von Behinderung, verbunden mit der Erkenntnis, dass nicht der Einzelne, sondern die Gesellschaft sich ändern muss, um die gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen zu erreichen. Eines der zentralen Themen der Disability Studies sei die De-Institutionalisierung behinderter Menschen - also die Förderung des Lebens behinderter Menschen in der Gemeinde. Während in anderen europäischen Ländern immer mehr Sondereinrichtungen abgebaut und stattdessen ambulante Wohnangebote für behinderte Menschen geschaffen würden, steige die Zahl der HeimbewohnerInnen in Deutschland stetig an. Zunehmend entstehe jedoch Widerstand gegen die behördliche Praxis, behinderte Menschen in Heime abzuschieben.
Unter dem Motto «ambulant vor stationär» werde von verschiedenen Seiten aus Wissenschaft und Praxis der Ausbau ambulanter Unterstützungsdienste und gemeindenaher Wohnformen gefordert. «Die Veranstaltung hat zum Ziel, betroffene Menschen, PraktikerInnen und WissenschaftlerInnen miteinander ins Gespräch zu bringen und zu vernetzen, um die De-Institutionalisierung behinderter Menschen im Sinne der Disability Studies aktiv voran zu treiben», so Dr. Gisela Hermes von bifos. hjr
Die Programmpunkte
• Begrüßung und Einführung durch Dr. Gisela Hermes, bifos
• Ambulant oder stationär - Unterstützung behinderter Menschen im Rahmen der Eingliederungshilfe Prof. Dr. Eckhard Rohrmann, Philipps-Universität Marburg
• Reform und Auflösung von Behinderteneinrichtungen Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner
• Eine Einrichtung öffnet sich. Reformprozesse am Beispiel der evangelischen Stiftung Hephata, Mönchengladbach Christoph Keller, Stiftung Hephata, Mönchengladbach
• So wollen wir leben - Erfahrungen von Menschen mit Lernschwierigkeiten im Bereich Wohnen Stefan Göthling, Netzwerk People First Deutschland
• Persönliche Budgets als Chance für die De-Institutionalisierung? Uwe Frevert, ISL,
• Die Kampagne «Marsch aus den Institutionen - Reißt die Mauern nieder» Elke Bartz, ForseA
• Die Integrationsphilosophie in Forschung und Lehre Stephanie Goeke, Ev. Fachhoch- schule Reutlingen/Ludwigsburg
• Diskussion: Strategien für die Stärkung der De-Institutionalisierungsphilosophie Moderation: Ottmar Miles-Paul, Freier Publizist
Anmeldung (wegen der begrenzten Teilnehmerzahl dringend erforderlich!) bis zum 1. April an Bifos e.V. z. Hd. Ricarda Kluge,Kölnische Str. 99, 34119 Kassel, Fax 0561 72 885 44, E- Mail r.kluge@bifos.de