
Rositz (kobinet) Der Bau von Behindertenheimen geht trotz wachsender Kritik an Behinderteneinrichtungen munter weiter. Im thüringischen Rositz bei Altenburg wird nach Informationen des MDR ein weiteres neues Behindertenwohnheim eröffnet. In dem Neubau samt Ausstattung wurden dem Bericht zufolge rund 1,2 Millionen Euro investiert. Die Mittel kamen unter anderem vom Thüringer Sozialministerium, vom Bundesgesundheitsministerium und von der Aktion Mensch. 24 «geistig»behinderte Menschen werden in dem ostthüringischen Heim wohnen. In den kommenden Monaten werden im Freistaat noch 217 weitere Heimplätze für Behinderte modernisiert oder neu geschaffen. Der Koordinator der Kampagne «Marsch aus den Institutionen - Reißt die Mauern nieder» Ottmar Miles-Paul kritisierte den weiteren Ausbau von Heimplätzen: «Auch wenn es auf den ersten Blick als Fortschritt erscheint, dass behinderte Menschen nicht mehr in Großeinrichtungen mit mehreren hundert Plätzen, sondern lediglich in Einrichtungen mit 24 Plätzen leben müssen, ist dies der falsche Weg. Jegliches Zusammenleben, das über die herkömmliche Familiengröße hinausgeht führt zwangsläufig zu einem institutionellen Charakter und bei behinderten Menschen besonders zu Einschränkungen der Lebensqualität und Freiheit». hjr