
Hannover (kobinet) Das Versprechen der Sozialministerin nach der fast vollständigen Streichung des Landesblindengeldes in Niedersachsen zum Jahresbeginn für «eventuelle Härtefälle» mit einem «Hilfefonds für Mobilität und Hilfsmittel» großzügig und unbürokratisch zu helfen, ist bis heute nicht eingelöst. Wie heute Niedersachsens Blinden- und Sehbehindertenverband in einer Pressemitteilung feststellte, warten nach wie vor blinde Menschen in Niedersachsen auf eine Möglichkeit, überhaupt einen Antrag stellen zu können, ganz davon zu schweigen, dass überhaupt bekannt wäre, wer diesen besagten Härtefonds in Anspruch nehmen darf und wofür. Der Verband, der eine Unterschriftenaktion für ein Volksbegehren gegen die Abschaffung des Blindengeldes vorbereitet, bedauert, dass auf das Versprechen der Sozialministerin keinerlei Verlass ist. Als blanker Hohn wird empfunden, wie kostenaufwändig die Adressen aller 12.000 Blinden in Niedersachsen zusammengetragen und ein Schreiben herausgeschickt wurde mit dem Anliegen, die «Lebenssituation blinder Menschen genau zu erfassen» und sie «an der Festsetzung der Regelungen für den 3 Mio-Härtefonds zu beteiligen». Wie lange sollen blinde Menschen in Niedersachsen auf Hilfe und Unterstützung warten, fragt der Verband. Bis die Sozialministerin sich entschieden hat, müssten Familie, Verwandte oder Freunde einspringen. Wer die nicht hat, müsse sehen, wie er zurechtkomme. sch