
Berlin (kobinet) Wenn Dr. Andreas Jürgens heute im Familienausschuss des Deutschen Bundestages zu Wort kommt, kann er vom Alltag der Diskriminierung von benachteiligten Gruppen berichten. Der Rollstuhlnutzer und Sprecher des Forums behinderter Juristinnen und Juristen will bei der Anhörung, zu der er geladen wurde, die Realität der Betroffenen darstellen, die immer wieder Diskriminierungen erleben müssen. «Die derzeitige Diskussion geht völlig an der Realität von benachteiligten Menschen in diesem Lande vorbei. Es geht darum, einen Diskriminierungsschutz für Menschen zu schaffen, die lediglich aufgrund eines bestimmten Merkmals von Angeboten und Leistungen ausgeschlossen werden, die für andere selbstverständlich sind», so Andreas Jürgens vor der Anhörung gegenüber den kobinet-nachrichten. Der behinderte Jurist kann dabei ein Lied davon singen, wie weitverbreitet die Diskriminierungen sind, denn er selbst hat wiederholt am eigenen Leib erlebt, was es heißt, wenn einem die Rechte lediglich aufgrund einer Behinderung versagt werden. «An Rollstuhlfahrer vermieten wir nicht», musste er sich beispielsweise von einem Vertreter einer Firma, die Ferienwohnungen vermietet, anhören, als er eine behindertengerechte Ferienwohnung anmieten wollte. Als der Jurist zusammen mit einem sehbehinderten und blinden Freund Anfang der 90er Jahre einen Kleingarten anmieten wollte, wurde ihnen dies aufgrund ihrer Behinderung verweigert. Und so gibt es nach Ansicht von Dr. Andreas Jürgens eine Vielzahl von Beispielen, die mit dem heute zur Anhörung anstehenden und seiner Meinung nach auch mit Augenmaß gestalteten Antidiskriminierungsgesetz zukünftig verhindert und geahndet werden sollen. omp