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10.03.2005 - 13:30

Bravo Kanzler.

Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul Kassel (kobinet) Ein kräftiges «Bravo Kanzler» kann man im Hinblick auf dessen in den Medien gemeldete Schelte gegen seine Kabinettskollegen Clement und Schily sagen. Wie berichtet (siehe Bericht der kobinet-nachrichten vom 10.03.2005) habe der Kanzler die in Sachen Antidiskriminierungsgesetz abtrünnig gewordenen Minister in der gestrigen Kabinettssitzung gescholten und hervorgehoben, dass die Ausweitung der EU-Richtlinie gerade auch wichtig sei, um gegen die Diskriminierung Behinderter vorgehen zu können. Genau auf dieses Signal von «oben», also vom Kanzler höchstpersönlich, haben viele behinderte und benachteiligte Menschen gewartet, als die Schüsse gegen das geplante Antidiskriminierungsgesetz in den letzten Wochen immer schärfer und undifferenzierter wurden und zum Teil sogar aus den Reihen der SPD selbst kamen. Diese Rückendeckung für das Antidiskriminierungsgesetz durch den Kanzler gibt Hoffnung, dass am Ende doch noch ein gutes Gesetz herauskommt und dass in diesem Land nicht nur das immer dreister werdende Geschrei der Wirtschaft, sondern auch die Menschen, die hier leben, zählen. Es scheint sich doch gelohnt zu haben, dass die Behindertenverbände über die letzten Jahre hinweg immer wieder deutlich gemacht haben, wie groß die Benachteiligungen für behinderte Menschen hierzulande noch sind und dass dagegen dringend mit einem Antidiskriminierungsgesetz etwas getan werden muss. Bleibt nun zu hoffen, dass das Wort des Kanzlers durch die Republik hallt und eine klare Linie in die Koalition einzieht. Denn bei den Menschen selbst scheint das Antidiskrimnierungsgesetz laut der derzeit laufenden Online-Abstimmung des ZDF wesentlich besser anzukommen, als es in den Medien zu vermitteln versucht wird. Also bravo Kanzler! Und vielleicht ist das Agieren des Kanzlers ja auch ein Ansporn für so manche anderen, wie zum Beispiel KirchenvertreterInnen, sich ebenfalls hinter die benachteiligten Menschen zu stellen und für das Gesetz zu plädieren, anstatt sich aufgrund von Eigeninteressen ablehnend bis bedeckt zu halten. omp 

 
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