
Brüssel (kobinet) Gewerkschaften und soziale Bewegungen haben heute in Brüssel gegen den Abbau von Sozialstandards demonstriert. Fast 60.000 Teilnehmer aus ganz Europa waren zu der Manifestation gekommen, zu der unter anderem der Europäische Gewerkschaftsbund aufgerufen hatte. Der Gewerkschaftsbund wollte «eine starke Botschaft» an die Staats- und Regierungschefs senden, die sich in der kommenden Woche hier versammeln, sagte Generalsekretär John Monks. Hauptkritikpunkt der Gewerkschaften im Zusammenhang mit der geplanten Liberalisierung des EU-Dienstleistungsmarktes ist das so genannte Herkunftslandprinzip des geplanten Gesetzes, wonach Anbieter von Dienstleistungen ihre Arbeit auch im Ausland nach den Vorschriften ihres Heimatlandes anbieten können. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, erwartet von der Bundesregierung, sich auf dem am Dienstag beginnenden Frühjahrs-Gipfel der EU für die Wahrung der europäischen Sozialstandards einzusetzen. Ein Binnenmarkt ohne soziale Flankierung würde das europäische Projekt zum Scheitern bringen, sagte er am Rande der Demonstration in Brüssel. sch