
Berlin/Genf (kobinet) Eine einfache und verlässlichere Diagnosemethode für Tuberkulose (TB) hat heute die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen als dringend notwendig angemahnt. Zum Welt-Tuberkulose-Tag am 24. März warnte die Organisation davor, dass die vor 123 entwickelte Diagnostik die weltweiten Anstrengungen zur Eindämmung der Krankheit unterläuft. In ärmeren Ländern werde TB ohne einen neuen Test bei etwa der Hälfte der Patienten weiter nicht diagnostiziert werden können. «Fast neun Millionen Menschen erkranken jährlich an Tuberkulose, die große Mehrheit der Betroffenen in Entwicklungsländern. Rund 99 Prozent aller Todesfälle durch TB weltweit sind in ärmeren Ländern zu verzeichnen. Dort leben auch 90 Prozent aller HIV/Aids-Patienten, die oft von Begleiterkrankungen wie TB betroffen sind. Diese Tatsachen finden bei der Entwicklung besserer TB-Tests aber kaum Berücksichtigung. Die Forschung konzentriert sich auf die finanziell lukrativeren westlichen Märkte», heißt es in der Pressemitteilung der Hilfsorganisation. «Ich bin es leid, mit anzusehen, wie meine Patienten an Tuberkulose sterben. Die zur Verfügung stehende Diagnosemethode stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist einfach nicht gut genug», wird die Ärztin Martha Bedelu zitiert, die für Ärzte ohne Grenzen in Südafrika arbeitet. Die Diagnostik von Tuberkulose beruht in Entwicklungsländern gewöhnlich auf einer Untersuchung von Sputumproben unter dem Mikroskop. Allerdings werden die Bakterien nur in 45 bis 60 Prozent der Fälle mit dieser Methode entdeckt. Noch weniger effektiv ist das Verfahren bei Menschen, die sowohl an HIV/Aids als auch an TB erkrankt sind. Dies sind 30 Prozent der weltweit rund 40 Millionen HIV/Aids-Kranken. «Das ist unhaltbar, denn die meisten HIV/Aids-Patienten sterben an TB», erläutert Bedelu. Zudem ist der Test bei Kindern unzureichend und bringt kein Ergebnis, wenn andere Organe als die Lungen befallen sind. sch Mehr auf www.aerzte-ohne-grenzen.de