
Wiesbaden (kobinet) Bei 54 Prozent der Kinder, die 2004 im Rahmen der hessischen Schuleingangsuntersuchung untersucht worden sind, wurde ein Befund dokumentiert (2003: 53,8 Prozent). «Am häufigsten traten mit 15 Prozent Sehstörungen, gefolgt von Sprachstörungen mit 14 Prozent auf», teilte Sozialministerin Silke Lautenschläger in Wiesbaden mit. 32 Prozent der Mädchen und 40 Prozent der Jungen bekamen eine oder mehrere Maßnahmen verordnet, am häufigsten eine Schulberatung (22 Prozent) eine Motorikförderung (11 Prozent) und eine logopädische Förderung (9 Prozent). Im Jahr 2004 wurden insgesamt 64.909 Kinder zur medizinischen Schuleingangsuntersuchung in den hessischen Gesundheitsämtern vorgestellt. Jungen waren im Jahr 2004 im Vergleich zu Mädchen deutlich häufiger schon vor der Schuleingangsuntersuchung in Behandlung (41 zu 31 Prozent). Bei ihnen wurden auch im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung häufiger abklärungsbedürftige Befunde dokumentiert (28 zu 24 Prozent). Im Vergleich zu Mädchen wiesen Jungen beispielsweise deutlich häufiger Koordinationsstörungen (Faktor 3,1), Verhaltensstörungen (Faktor 2,0) oder Asthma auf (Faktor 1,9). 65 Prozent der Kinder wiesen bei der Schuleingangsuntersuchung die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen U1-U9 nach. Hiermit wurde das Niveau des Vorjahres erreicht. Der seit 1998 verzeichnete Trend steigender Teilnahmequoten ist somit 2004 unterbrochen worden. Die Ministerin stellte den anhaltend positiven Trend bei der Durchimpfung der Schulanfänger heraus: «Gut 92 Prozent der Kinder legten 2004 einen Impfpass vor. Von 1998 bis 2004 hat sich die Zahl der durchschnittlich pro Impfpass dokumentierten Einzelimpfungen um ein Drittel erhöht». Ursachen hierfür seien sowohl Erweiterungen des Katalogs geforderter Impfungen als auch die darüber hinausgehende gestiegene Teilnahme. So stieg der Anteil der Kinder mit nachgewiesener vierfacher Tetanus-Impfung in 2004 im Vergleich zum Vorjahr von 75 auf 81 Prozent, die empfohlene dreifache Impfung gegen Hepatitis B wiesen im Jahr 2004 78 Prozent der Kinder nach (2003: 75 Prozent). Erstmals war im Jahr 2004 eine zweifache Masernimpfung für einen vollständigen Impfstatus bei hessischen Schulanfängern gefordert. Nach 43 Prozent im Jahr 2003 entsprachen 2004 immerhin 60 Prozent der Kinder dieser Vorgabe. «Trotz dieser Erfolge sind weitere Anstrengungen zur Steigerung der Durchimpfung notwendig, damit die Masern ausgerottet werden», betonte Silke Lautenschläger. omp