
Von kobinet-Korrespondent Keyvan Dahesch Mainz (kobinet) Selbsthilfeorganisationen behinderter Menschen machen sich zunehmend für eine ambulante Unterstützung statt ihrer Heimunterbringung stark. Bei einer Fachtagung zum Thema «Ambulant vor stationärer Unterstützung - Marsch aus den Institutionen» am Freitag und Samstag in Mainz wollen sie die Vorteile individueller ambulanter Unterstützung im Vergleich zur Heimbetreuung herausstellen. Dabei dienen Erfahrungen mit bereits erprobten Modellen in Rheinland-Pfalz als Beispiel, sagte die Vorsitzende des Forums selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA), Elke Bartz, im Vorfeld der Tagung. Ein Leben in den eigenen vier Wänden sei für Sozialleistungsträger zudem kostengünstiger als die Bezahlung der Pflege in meist abgelegenen Großeinrichtungen. «Nicht die Menschen müssen dorthin ziehen, wo es die nötige Unterstützung für sie gibt, sondern die Unterstützung muss dort geleistet werden, wo die Menschen leben und ihr natürliches Umfeld mitnutzen können», sagt die Rollstuhlfahrerin. In Mainz gebe es modellhafte Entwicklungen - Beratungsangebote von ebenfalls Behinderten, einen hohen Grad an Barrierefreiheit bis hin zur möglichst selbstbestimmten Organisation von Hilfen. Die vom rheinland-pfälzischen Sozialministerium im Dezember 2004 abgeschlossene «Zielvereinbarung Wohnen» mit dem Ziel der Stärkung ambulanter Wohn- und Unterstützungsformen habe bundesweite Signalwirkung, sagte Bartz. Veranstaltet wird die Tagung von ForseA, dem Mainzer Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen und der Behindertenbeauftragten der Stadt, Marita Boos-Waidosch. omp