
Genf (kobinet) Cannabis ist für die Gesundheit schädlicher als bisher angenommen. Bereits eine geringe Dosis kann Wahnvorstellungen und mentale Krankheiten auslösen. Das fand ein Forscherteam in Genf heraus, über dessen Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der BMC Psychiatry berichtet wird. In einer heute in Genf verbreiteten Pressemitteilung zum überraschenden Ergebnis einer Studie über die Verabreichung von Cannabis-Medikamenten heißt es: «Trotz der streng kontrollierten Untersuchungssituation konnten bei einem Teil der Probanden starke psychische Störungen festgestellt werden. Entgegen der derzeitigen medizinischen Annahme, dass die Verabreichung einer geringen Dosis Cannabis bei manchen Erkrankungen durchaus gesundheitliche Vorteile birgt, ermittelte nun ein Forscherteam des Institut Universitaire de Medicine Legale, dass Cannabis schädlicher ist, als bisher vermutet.» Das Forscherteam führte seine Untersuchungen unter strengen klinischen Bedingungen und mit der Erlaubnis einer Ethik-Kommission durch. Den Probanden wurde oral eine geringe Dosis delta-9-tetrahydrocannibol (THC) - dem aktiven Bestandteil von Cannabis - verabreicht. Das Medikament löste bei einem Teil der Probanden schwerwiegende Angststörungen aus, welche ein typisches Anzeichen für eine durch Cannabis initiierte Psychose sein können. In weiterer Folge klagten die Versuchspersonen über Realitätsverlust, Entpersonalisierung, Schwindel und paranoide Vorstellungen. In den vergangenen Jahren ist die THC-Forschung massiv forciert worden, denn dem Wirkstoff werden vielfältige therapeutische Vorteile attestiert. So kann die Droge die spastische Muskellähmung bei Multiple-Sklerose-Patienten erleichtern, den Appetit von Aids-Patienten wiederherstellen und als Schmerz- und Anti-Brechmittel bei Krebspatienten fungieren, die sich gerade einer Chemotherapie unterziehen. sch Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe der BMC Psychiatry in Englisch nachlesbar.