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08.04.2005 - 08:38

Unzufrieden und wenig Hoffnung auf Besserung.

Berlin (kobinet) Unzufrieden und mit wenig Hoffnung auf Besserung zeigen sich die WählerInnen derzeit in Deutschland. So lässt sich die jüngste Deutschlandtrend-Umfrage, die von Infratest dimap im Auftrag der Tagesthemen durchgeführt wurde, wohl am besten zusammen fassen. Während rot-grün in ein neues Stimmungstief rutscht, trauen die WählerInnen einer unionsgeführten Bundesregierung auch nicht mehr zu.

Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl käme die SPD dem Bericht laut tagesschau der Umfrage zufolge lediglich auf 29 Prozent. Die Grünen kämen auf 9 Prozent. Demgegenüber liegt die CDU/CSU derzeit bei 45 Prozent und die FDP käme auf 7 Prozent. Die PDS würde mit 5 Prozent den Wiedereinzug als Fraktion in den Bundestag schaffen.

Die große Mehrheit der Befragten äußerte sich dem tagesschau-Bericht zufolge in der Umfrage wenig oder gar nicht zufrieden mit der Bundesregierung. Nur etwa 34 Prozent der Befragten sind allerdings überzeugt davon, dass eine unionsgeführte Regierung besser arbeiten würde. 49 Prozent glauben das nicht. omp
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Arnd Hellinger schrieb am 08.04.2005, 15:48

Christian Wulff - mrhr Schein als Sein...?

Hallo Leute,

ginge es nach aktuellen Ergebnissen der Demoskopie, wünscht
sich eine Mehrheit der (befragten) Wahlberechtigten den jetzigen
niedersächsischen Ministerpräsidenten und CDU-Vize Christian
Wulff als künftigen Bundeskanzler. Ihm werden insbesondere
Merkmale wie "Sachkunde" und "Durchsetzungsfähigkeit"
attestiert.

Aus Sicht behinderter sowie chronisch kranker Menschen aber
stellt sich gerade die von Wulff so gerne behauptete Kompetenz
Sachfragen als eher problematisch dar. So hat Niedersachsen
als erstes Bundesland zum Jahresbeginn sein Landes-Blindengeld
ersatzlos gestrichen. Auch im Rahmen der Gesundheitsreform ist
Wulff nicht gerade als Sachwalter von Nachteilsausgleichen für
chronisch Kranke aufgefallen...

Dabei sollte Wulff es besser wissen: Seine Mutter nämlich leidet
an Multipler Sklerose (MS) - einer fortschreitenden Zersetzung des
Zentralen Nervensystems. Je nach Verlauf kann MS beispielsweise
dazu führen, dass die oder der Betroffene erblindet, einen Rollstuhl enutzen muss und/oder irgendwann vollkommen auf Assistenz angewiesen ist. Alle drei möglichen Folgen sind bei Wulffs Mutter eingetreten. Medikamente und Physiotherapie können bei MS auch "in guten Zeiten" mit 4.000 Euro pro Monat und Patient zu Buche schlagen. Assistenz (aka Pflege) gar nicht eingerechnet.

Durch seine ablehnende Haltung auch gegenüber dem revidierten
Entwurf des Antidiskriminierungsgesetzes der Bundesregierung
trägt Wulff entscheidend dazu bei, dass Menschen wie etwa seine
eigene Mutter weiterhin von einer gleichberechtigten Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden - nur weil sie
sich anders bewegen oder nicht "normal" sprechen können!

Daraus ergibt sich für mich nun die Frage, ob ein Mensch wie
Christian Wulff wirklich ausreichend für das Amt des deutschen
Bundeskanzlers qualifiziert ist - von wegen "Sachkunde" usw.

Viele Grüße
Arnd


--
Arnd Hellinger - de.geocities.com/bahnarnd/
Lothringer Straße 47-49
D-44805 Bochum
mailto:bahnarnd@hotmail.com

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