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13.04.2005 - 00:30

Die eigene Stärke spüren.

Münster (kobinet) «Wie soll ich mich denn wehren, wenn ich nicht weglaufen kann?» Diese Frage stellten sich viele der zwölf Teilnehmerinnen am Anfang des Wochenendkurses «Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Frauen mit Behinderungen», der am Wochenende in Münster stattfand. Der Verein Zugvogel e.V. hatte den Kurs in Kooperation mit dem Frauensportverein FSV angeboten, finanziert wurde er durch das Frauenbüro der Stadt Münster. Am Ende des Wochenendes lag die Antwort auf der Hand. «Unser Ziel ist, dass die Frauen spüren, wieviel Kraft und Stärke sie haben», erläuterte eine der drei Trainerinnen, Christa Kortenbrede. Ein Konzept, das aufging: «Ich hätte nie gedacht, dass ich so viele Möglichkeiten habe, mich zu verteidigen», beschreibt eine der Teilnehmerinnen ihre Erfahrung an dem Wochenende. «Mit einfachen, aber effektiven Techniken nutzen wir die ganz individuellen Fähigkeiten der Frauen. Ein Rollstuhl mit seinen harten Metallteilen zum Beispiel lässt sich ziemlich wirkungsvoll gegen Angreifer einsetzen», so Trainerin Eva Lerche. Allerdings setzt die Diskriminierung von behinderten Frauen schon weit vor körperlicher Gewalt an. «Unerwünschte Hilfe, Bevormundung, in Gesprächen ignoriert oder nicht für voll genommen werden - das sind Alltagserfahrungen, die jede gehandikapte Frau kennt. Deshalb ist die Selbstbehauptung genauso wichtig wie die Selbstverteidigung», fügt Trainerin Maria Frahling hinzu. Mit verschiedenen Übungen trainierten die Frauen, laut zu werden, sich ihren Raum zu nehmen, Blick und Körperhaltung einzusetzen, um Grenzen zu setzen. In Rollenspielen bestand die Möglichkeit, Alltagserlebnisse durchzuspielen und angemessene Lösungen zu finden, um so bedrohliche Situationen frühzeitig erkennen und verbal stoppen zu können. Informationen zu den Kursen sind auf den Internetseiten www.fsv-muenster.de zu finden und im Organisationsbüro Holtz und Faust unter 0251/39997306 zu erfragen. omp 

 
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