
Von kobinet-Redakteurin Elke Bartz
Würzburg (kobinet) Gar märchenhaft ging es gestern Abend zu im Würzburger «Theater Augenblick», als «Rafael» (alias Ulrich Lorey) in die Welt von Prinzen und wundersamen Gegenständen entführte. Musikalisch begleitet wurde er dabei von Sheyk Raleph (im Doppelleben Ralph Nebl), der Skelettfrau Brigitte Groll sowie dem Trommler Friedel Lelonek.
Manch ortsfremder Gast hätte sich die Unterstützung eine Märchenfee oder eines guten Geistes gewünscht, um die verschlungenen Pfade zum «Theater Augenblick» zu finden. Doch mangels magischer Gestalten musste ein höchst irdisches Navigationssystem seine Pflicht tun und den Weg zu den märchenhaften Gefilden weisen.
Märchen wurden in vergangenen Zeiten gesponnen und über viele Jahrhunderte von Generation zu Generation überliefert. Und so ist es geschehen, dass auch «Rafael» eines schönen Tages im Straßengraben zwischen Würzburg und Ochsenfurt Kelims Märchen geschenkt bekam und sie nun gestern Abend seinen fasziniert lauschenden Gästen im voll besetzten Saal weitererzählen konnte.

Da ging es gruselig zu als das junge Mädchen von seinem Vater die Klippen hinunter ins Meer gestürzt wurde und sich viele Jahre später als Skelettfrau in der Angel des jungen Fischers verhedderte und diesem klappernd in seine Hütte folgte. Doch was wäre ein Märchen ohne Happyend? Und so geschah es, dass sich die Skelettfrau des Nachts Fleisch und Haut ansang, zum Leben erwachte und den Fischer heiratete.
Und dann war da das Märchen vom Kessel, der sich stets mit dem von neuem füllt, das in ihn hineingefallen war. Zeigte es doch auf, was passieren kann, wenn es nicht reicht ein gutes Auskommen zu haben oder gar reich zu sein und dennoch immer mehr haben zu wollen. Dann kann es geschehen, dass die unerschöpfliche Gier bewirkt, dass die Strafe folgt, der Reichtum entschwindet und wieder große Not und Armut herrscht.
Schade, dass das nur ein Märchen war. Und seltsam: Warum drängten sich beim Zuhören nur solche Begriffe auf wie Vorstände der kassenärztlichen Vereinigungen, Vorstände der Krankenkassen, Wirtschaftsbosse, empfängliche Politiker???
Wer an diesem Abend den Weg nach Würzburg gefunden hatte, wurde nicht enttäuscht, denn alles stimmte, die orientalische Dekoration, die musikalische Begleitung auf ebenso exotischen Instrumenten und der charismatisch erzählende «Rafael» in seinem güldenen Rollstuhl.
Und weil Rafael und Sheyk Raleph schon ahnten, dass ihre Gäste die Märchen gerne noch mal hören würden, hatten sie ihre frisch gepresste CD mitgebracht. Und die fand reißenden Absatz.
Mehr über «Rafael» und seine Märchen gibt`s auf der Internetseite von Hörkultur