Kopf-Werbung und Navigation überspringen
Kopf-Werbung überspringen

Werbung
Werbebanner zu Bundesinitiative daheim statt heim
Werbebanner zu Beratungstelefon Persönliches Budget
Werbebanner zu Hier könnte Ihre Werbung sein
Werbebanner zu Marsch aus den Institutionen
Link zur Startseite Link zur Inhaltsübersicht Link zu Informationen Link zur Kontaktseite
Druckversion
15.04.2005 - 06:59

Fit im Frühjahr.

Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl Berlin (kobinet) Frühlingsblüher und frisches Grün locken ins Freie, um etwas für die Gesundheit und das Wohlbefinden zu tun. Aktivitäten für Wellness und Fitness sind für Menschen mit und ohne Behinderungen gleichermaßen gut. Das neue Berliner Gesundheitszentrum «centrovital» aber will offensichtlich keine Behinderten haben. Die Werbung auf der Webseite des Betreibers dröhnt zwar noch: «Gesundheit und Wohlbefinden sind ein hohes Gut. Vielleicht sogar das höchste auf dieser Welt. Sie sind jedoch nicht selbstverständlich. Jeder ist für sich selbst gefordert, in dieses Gut zu investieren. Heute, morgen, immer.» In der Bildergalerie von www.centrovital-spandau.de schreckt schon eine repräsentative Treppe im Eingangsbereich ab. Nun wäre einzuwenden, lasst den Betreiber so dämlich sein, einen rasch zunehmenden Kundenkreis mit eingeschränkter Mobilität zu verlieren, zumal Aktivitäten in der freien Natur viel schöner sind. Doch hier am Spandauer See muss mal auf erhebliche Mängel und das gestörte Verhältnis des Bauherren zu Ratschlägen von Betroffenen hingewiesen werden, denn die Kölner Unternehmensgruppe will noch eine «Vielzahl neuer Zentren» bauen. Noch in der Bauphase waren Betroffene als Experten in eigener Sache vorstellig geworden, um Vorschläge und Anregungen für mehr Barrierefreiheit zu unterbreiten. Auch dem zuständigen Staatssekretär für Gesundheit wurden später Versprechungen gemacht, die bis heute nicht erfüllt wurden. Ursula Lehmann von der Rollstuhlwandergruppe Touring-Wandern, die in Spandau wohnt und wie viele andere von dem Gesundheitszentrum mehr Lebensqualität für sich erhoffte, hat die erheblichen Ausstattungsdefizite jetzt in einem Brief an den Präsidenten der Berliner Ärztekammer kritisiert. Leider biete das Gesundheitszentrum keine technischen Voraussetzungen, «damit RollstuhlfahrerInnen sich mit einer ärztlichen Verordnung für Physiotherapie oder im Wellnessbereich aufhalten können». Die vor mehr als 16 Monaten vorgebrachten Zusagen (zum Beispiel ein Badelifter und ein Handlauf für das Bewegungsbecken) hätten sich als Lippenbekenntnisse herausgestellt. «Wir Menschen mit Behinderungen hatten vorausgesetzt, dass diese Therapieeinrichtung alle Bedingungen zur Barrierefreiheit erfüllt. Aber hier ist ein klassisches Beispiel vorgetäuschter Vorgaben passiert, was eindeutig gegen das Landesgleichberechtigungsgesetz (LGBG) verstößt», wird in dem Brief von Touring-Wandern betont. Es sei nicht einzusehen, warum bei einer Baumaßnahme von mehr als 80 Millionen Euro nicht an eine behindertengerechte Ausstattung mit einem verhältnismäßig geringen finanziellen Aufwand gedacht wurde. Stattdessen würden Gründe konstruiert, mobilitätsbehinderte Menschen abzulehnen. Fragwürdig wird so der Werbespruch von «centrovital»: Aktiv besser leben. In Spandaus neuem Wellness-Tempel gilt er nur begrenzt, in Berlins zahlreichen Parkanlagen und Wanderwegen in diesem Frühjahr dagegen uneingeschränkt - mal abgesehen vom Pollenflug, gegen den manche Naturliebhaber allergisch reagieren.  

Leserbrief schreiben
Artikel versenden

Druckversion
Seitenanfang
Startseite

an den Anfang springen
Impressum

Validiert nach
Valid HTML 4.01
Mediadaten

© 2002-2008 kobinet-nachrichten

Dieser Internetauftritt wurde mit dem Content Management System @it
der dimedis GmbH, Köln erstellt.