
Mainz (kobinet) Rheinhessen will sich als Modellregion für Reisen ohne Grenzen bewähren. Das berichtet heute Bodo Schütz von Radio GanzNormal. Unter der Moderation der rheinland-pfälzischen Verbraucherschutzbeauftragten Daniela Engelhardt hat ein Fachgremium die Kriterien für das Label «Reisen ohne Grenzen» entwickelt. Erstmals werden darin alle Arten von Behinderung berücksichtigt - von den Gehbehinderten über Blinde und Gehörlose bis zu den geistig Behinderten. «Die Standards, die etwa ein Beherbergungsbetrieb erfüllen muss, sind in ihrer Strenge und detaillierten Beschreibung bundesweit einmalig», versichert Engelhardt. Dies sei erst einmal ein Wunschkatalog, sagt Konstanze Jutzi von der Geschäfts- und Koordinierungsstelle in Mainz. «Jetzt muss mit den Praktikern in der Tourismusbranche abgeklärt werden, was sich umsetzen lässt.» Das operative Geschäft für den barrierefreien Tourismus übernimmt dabei die Rheinhessen-Information in Ingelheim. Unterstützung anderer Art praktiziert die Kreisverwaltung Mainz-Bingen mit ihrem Behindertenbeauftragten Knut Jordan. An Bauherren und Architekten richtet sich ihre neue Infobroschüre «Barrierefreies Bauen und Gestalten». Die Neuauflage wurde um die Ausstattungserfordernisse von öffentlichen Gebäuden ergänzt. Besonderer Wert wurde auf die barrierefreie Gestaltung von Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben gelegt. Wichtig seien auch die neuen baulichen Hinweise für Seh- und Hörbehinderten, erklärte Jordan. Gemäß dem Motto «Tue Gutes und rede darüber» müsse jetzt ein intelligentes Marketingkonzept entwickelt werden, forderte der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage (FDP). Rheinhessen habe die Chance, sich mit einem Alleinstellungsmerkmal auf dem Tourismusmarkt zu profilieren. Als barrierefreie Region eröffne sich diesem Landstrich auch ein enormes ökonomisches Potenzial, «denn mobilitätseingeschränkte Menschen reisen nicht allein, sondern mit Angehörigen und Freunden». sch