
München (kobinet) Die Zahl arbeitsloser schwer behinderter Menschen in Bayern hat sich seit September 2002 um rund 13 Prozent erhöht, das gab Bayerns Sozialstaatssekretär Jürgen W. Heike (CSU) heute beim Aktionstag «Halt geben im Arbeitsleben» der Herzogsägmühle in Peiting bekannt. Diese, nach Heikes Worten «unbefriedigende Beschäftigungssituation» entstand, obwohl die Integrationsämter die Arbeitgeber in Bayern bei der beruflichen Eingliederung und der Sicherung der Arbeitsverhältnisse schwerbehinderter Menschen im Jahr 2002 mit 22 Millionen Euro unterstützt haben. «Außerdem sind für die begleitende Hilfe im Arbeitsleben durch berufsbegleitende Dienste in Kooperation mit den Integrationsfachdiensten rund 5 Mio. Euro aufgewendet worden», erläuterte Heike. Über die finanziellen Hilfen hinaus unterstützten die Integrationsämter die Arbeitgeber bei der Einstellung von Menschen mit Behinderung durch qualifizierte Information und persönliche Beratung. Heike wies zugleich darauf hin, dass die Selbsthilfefirmen und Integrationsunternehmen in Bayern, die zu über 50 Prozent schwerbehinderte Menschen beschäftigen, ca. 2.000 Arbeitsplätze zu den üblichen Marktbedingungen zur Verfügung stellen. «Insgesamt 75 Selbsthilfefirmen und Integrationsunternehmen, 5 Berufsförderungs- und 10 Berufsbildungswerke, rund 30 Integrationsfachdienste und die mit ihnen kooperierenden berufsbegleitenden Dienste sowie 170 Werkstätten für behinderte Menschen kümmern sich um deren berufliche Eingliederung», gab der Sozialstaatssekretär bekannt. Keine Erläuterungen gab es dazu, wie es dennoch zu dem hohen Anstieg der Arbeitlosigkeit schwer behinderter Menschen in Bayern kommen konnte. Der Freistaat werde sich nach den Worten des Staatssekretärs auch künftig entschieden dafür einsetzen, dass seine zentralen behindertenpolitischen Forderungen zum Zuge kommen. Darunter sei die Verbesserung der betrieblichen Ausbildung behinderter und schwerbehinderter Jugendlicher, der Ausbau der betrieblichen Prävention im Sinne von «Rehabilitation vor Entlassung» zur Verhinderung von Kündigungen schon im Vorfeld und bessere Instrumente zur Förderung der Übernahme schwer behinderter Menschen aus den Werkstätten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vorgesehen. hjr