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kobinet-nachrichten
26.04.2005 - 08:41
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Bad Oeynhausen (kobinet) Wie der Internetdienst der Neuen Westfälischen gestern berichtete, wurde im Tanzclub «Adiamo» in Bad Oeynhausen einer zehnköpfigen Gruppe von PatientInnen der Rosengarten Klinik der Eintritt in die Diskothek verweigert. Als Grund für die Ablehnung wurde das Schuhwerk eines gehbehinderten Mannes angeführt, der diese Schuhe aufgrund seiner Behinderung tragen muss. Dem Bericht der Neuen Westfälischen zufolge wurde die zehnköpfige Gruppe, die allesamt PatientInnen der Rosengarten Klinik sind, am vergangenen Samstag um 20.30 Uhr am Eingang des Tanzclubs «Adiamo» vom Türsteher abgewiesen, weil ein Mitglied der Gruppe dem «Adiamo» nicht angemessenes Schuhwerk getragen habe. Der Hinweis, dass es sich bei dem 26-jährigen Mario Höppner um einen Gehbehinderten handelte und er deswegen gar keine anderen Schuhe tragen könne, fruchtete dem Bericht zufolge nicht. Die Situation wäre sogar fast eskaliert, nachdem ein Mitglied der Gruppe darauf hingewiesen hatte, dass es für den Türsteher «Auslegungssache» sei, ob und wen er in die Diskothek lasse. Diesen Hinweis habe der «Adiamo»-Beschäftigte als Beleidigung aufgefasst. «Der kam auf uns zugestürmt, wenn wir nicht den Rückwärtsgang eingelegt hätten, wäre es zur Schlägerei gekommen», wird einer der verhinderten Disco-Gäste in dem Bericht zitiert. Schlimm sei es für die Gruppe jedoch gewesen, dass es nicht nur dieser eine Mitarbeiter der Diskothek war, der dem Gehbehinderten den Eintritt verwehrte. Eine zur Gruppe zählende Frau hatte sich nämlich nach viertelstündiger Diskussion ein Herz gefasst und war ins «Adiamo» gegangen, um den Geschäftsführer zu sprechen: «Der Mann habe sich als stellvertretender Geschäftsführer vorgestellt, aber auch nicht eingelenkt. Schließlich sei noch eine weitere Person hinzugekommen, die sich auch hinter ihren Türsteher gestellt habe. Für den Pressesprecher des Netzwerk Artikel 3 ist dieser Fall ein erneuter Beweis dafür, wie dringend wir in Deutschland endlich ein Antidiskriminierungsgesetz brauchen. Es könne nicht sein, dass behinderte Menschen in regelmäßigen Abständen diskriminiert und gedemütigt werden. «Deshalb muss das Antidiskriminierungsgesetz nun endlich verabschiedet werden», fordert Ottmar Miles-Paul. elba
Herbert Mayer schrieb am 27.04.2005, 11:43
Das Antidiskriminierungsgesetz hätte bereits im letzten Jahr umgesetzt werden müssen. Insofern gilt es zu prüfen, ob die Bundesrepublik Deutschland nicht schuldhaft die Umsetzung der EG-Richtlinien "verschlafen" hat und somit Ziel einer Klage sein kann. Einige EG-Richtlinien erhalten auf diese Weise ohne Umsetzung durch den Bundestag Gesetzteskraft, sind also sozusagen "self-executing".
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