
Karlsruhe (kobinet) Die ersten Ergebnisse des von der Aktion Mensch geförderten Projektes «Stadtbesuch für Behinderte leicht gemacht», das vom Verein Zugvogel e.V. derzeit für einen Stadtbesuch in Münster modellhaft entwickelt wird, werden auf der internationalen Fachmesse für Rehabilitation, Pflege und Integration REHAB 2005, die heute in Karlsruhe ihre Tore öffnet, vorgestellt. Heute und am Samstag wird das Projekt jeweils vormittags auf der Aktionsplattform am Eingang West präsentiert. Darüber hinaus stehen die MitarbeiterInnen am Stand des Bundesverein barrierefreier Tourismus für Gespräche zur Verfügung. «Inzwischen wird zum Glück immer mehr daran gedacht, so zu bauen, dass Gebäude und Sehenswürdigkeiten auch von RollstuhlnutzerInnen gleichberechtigt genutzt werden können. An Menschen, die herkömmlich als ‚geistig behindert' bezeichnet werden und für die eine schwere Sprache oft die größte Hürde ist, wird jedoch immer noch viel zu selten gedacht. Daher haben wir begonnen, wichtige Informationen, die für einen Besuch in Münster wichtig und interessant sind, so zu gestalten, dass sie auch für diesen Personenkreis hilfreich und nutzbar sind», erklärten Gisela Holtz und Kirsten Faust von Zugvogel e.V. Damit sichergestellt ist, dass das Projekt nicht an den Bedürfnissen der Betroffenen vorbei geht, wurden die Aktivitäten in enger Zusammenarbeit mit dem Netzwerk People First Deutschland geplant. In diesem Netzwerk haben sich Menschen mit Lernschwierigkeiten zusammengeschlossen, um ihre Interessen selbst zu vertreten. Immer mehr Menschen, die herkömmlich als «geistig behindert» bezeichnet werden, bevorzugen den Begriff «Menschen mit Lernschwierigkeiten». Sie treten verstärkt dafür ein, dass eine leichtere Sprache verwendet wird. «Wir hoffen, dass wir mit dieser Initiative auch andere Städte inspirieren können, ähnliche Projekte voran zu treiben, um auch einen Besuch in ihrer Stadt zu erleichtern. Denn bereits jetzt können wir beobachten, dass Informationen in leichterer Sprache allen zu Gute kommen und die Orientierung für alle erleichtern», so Gisela Holtz und Kirsten Faust. omp