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03.05.2005 - 08:40

Empfang zur schulischen Integration.

Kassel (kobinet) Dass das Thema schulische Integration in der Kasseler Politik auf offene Ohren stößt, es aber noch sehr viel dafür zu tun gibt, das hat ein Empfang der Kasseler Schul- und Jugenddezernentin Anne Janz gestern gezeigt. Auf Anregung des Kasseler Behindertenbeirates und des Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter - fab e.V. - zum Auftakt der Aktivitäten zum Europäischen Protesttages der Aktion Grundgesetz in Kassel einen Empfang zur schulischen Integration mit den österreichischen Integrationspädadgogen Prof. Dr. Volker Schönwiese und Petra Flieger durchzuführen, hatte die Kasseler Schuldezernentin zu diesem Empfang ins Kasseler Rathaus geladen. Eine Reihe von Stadtverordneten und Magistratsmitgliedern, sowie VertreterInnen der Kasseler Behindertenverbände trugen ebenso zu einer interessanten Diskussion bei. Dabei, und vor allem anhand der Ausführungen der österreichischen Gäste, wurde deutlich, dass die schulische Integration, entscheidend von den strukturellen Rahmenbedingungen abhängt, die von der Politik gesetzt werden. In Österreich gäbe es Bezirke, in denen es keine Sonderschulen mehr gibt. Andererseits finde man nur einige Kilometer weiter andere Bezirke, in denen es fast nur eine Beschulung behinderter Kinder in Sonderschulen gibt. Das mache nach Aussage von Prof. Dr. Volker Schönwiese deutlich, dass die Integration entscheidend von den politischen Rahmenbedingungen abhängig ist. Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Sonderbeschulung in der Regel nicht besser wie die Regelbeschulung sei, während von der Integration behinderter Kinder und Jugendlicher in die Regelschule eine Reihe von positiven Nebeneffekten für alle erreicht werden könnten. Petra Flieger führte aus, wie wichtig es sei, alle Beteiligten im Prozess der Integration mitzunehmen und entsprechende Rahmenbedingungen für die Integration zu schaffen. Die Kasseler Schuldezernentin Anne Janz von Bündnis 90/Die Grünen zeigte auf, dass es in Kassel noch viel in Sachen schulische Integration zu tun gäbe. Während sie die schulische Integration für wichtig und richtig halte, gestalte sich die Situation in Kassel so, dass lediglich 45 behinderten SchülerInnen integriert beschult würden, während über 1.600 behinderte SchülerInnen in Sonderschulen unterrichtet würden. Das entspricht einer Quote von weniger als drei Prozent. Mit einem Programm für den barrierefreien Umbau von Schulen und einem Beschluss, dass bei sämtlichen Sanierungen auch barrierefreie Zugänge für Schulen geschaffen werden müssen, taste sich die Kasseler Politik voran, um weitere Türen zur Integration zu öffnen. omp 

 
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