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04.05.2005 - 13:30

Baustopp für Behindertenheime gefordert.

Kassel (kobinet) Anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen forderte heute ein breites Bündnis von Behindertenorganisationen im Rahmen einer Kundgebung vor dem Sitz des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen in Kassel ein Leben behinderter Menschen in der Gemeinde statt in Behindertenheimen. Mit der Veranstaltung, die im Rahmen der von der Aktion Mensch koordinierten bundesweiten Aktion Grundgesetz durchgeführt wurde, wird neben der Stärkung ambulanter Angebote für behinderte Menschen vor allem ein Baustopp für neue Behindertenheime gefordert. «In Hessen lebten Ende 2003 noch 12.495 behinderte Menschen in Behindertenheimen (gut 50 Prozent mehr als 1990). Erfahrungen aus anderen Ländern wie Schweden oder Kanada, wo Behindertenheime fast vollständig durch ambulante Angebote ersetzt wurden, machen deutlich, dass dies nicht mehr akzeptabel ist. Denn gerade einmal ca. 6.800 behinderte Menschen werden derzeit durch betreutes Wohnen in Hessen unterstützt, also lediglich ca. 35 Prozent. Wir wollen, dass behinderte Menschen nicht in Heimen auf der grünen Wiese, sondern mitten in der Gemeinde wohnen können, deshalb demonstrieren wir für die eindeutige Stärkung ambulanter vor stationärer Hilfen und für einen sofortigen Baustopp neuer Behindertenheime», forderte heute Dr. Gisela Hermes vom Vorstand des Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter - fab e.V. Erst vor kurzem wurde zum Beispiel in Frankfurt der Spatenstich für ein neues Behindertenheim mit 30 Plätzen durchgeführt - und das mit Mitteln des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen. «Es kann nicht sein, dass in der Behindertenhilfe nach wie vor auf die einengende Hilfe in Behinderteneinrichtungen gesetzt wird, während überdeutlich ist, dass ambulante Unterstützungsmöglichkeiten möglich sind», erklärte Pandelis Chatzievgeniou vom Vorstand des Landesbehindertenrates Hessen. Daher sei eine grundlegende Reform der Behindertenhilfe nach dem Grundsatz ambulant vor stationär überfällig. omp 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Klaus Poll schrieb am 05.05.2005, 10:05

Wird hoechste Zeit

Wann begreifen die da oben endlich, dass wir Behinderten die Nase voll haben von den Massenunterkuenften. Wir wollen nicht mehr in solche Haeuser gequetscht werden, denn dort ist Fremdbestimmung und Diskriminierung an der Tagesordnung.

Man spricht nicht umsonst von den "Heimsyndrom", welches viele bekommen die lebenslaenglich in solchen Gettos leben muessen. Der Irrglaube man koenne Behinderten etwas Gutes tun, in dem man Heime baut, ist so tief verwurzelt, dass ein Umdenken der Verantwortlichen wahrscheinlich nie eintreten wird. Warum fragt man uns eigentlich nicht, wie wir leben wollen? Nein, stattdessen wird ueber unseren Koepfen hinweg entschieden. In diesem Land gibt es bald mehr Heime wie Behinderte, damit muss Schluss sein!!!

Klaus Poll

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