
Berlin (kobinet) Im Hauptquartier General Eisenhowers im Reims unterzeichnete Generaloberst Jodl am 7. Mai 1945 um 2.41 Uhr die deutsche Kapitulation. Auf der Reichstagsruine in Berlin hatten Rotarmisten bereits das «Banner des Sieges» gehisst. Im Exil in Santa Monica/USA schreibt Bertolt Brecht in sein Tagebuch: «nazideuschland kapituliert bedingungslos. Früh sechs uhr im radio hält der präsident eine ansprache. zuhörend betrachte ich den blühenden kalifornischen Garten.» Arnold Zweig notiert in Pacific Palisades/USA: «Der Job war schwer, er musste getan werden, er wurde auch getan, ohne die Russen hätten wir's nicht geschafft.» Elias Canetti, der nach London emigriert war, hält fest: «Der Zusammenbruch der Deutschen geht einem näher, als man es sich zugestehen mag. Es ist das Maß der Täuschung, in der sie gelebt haben, das Riesenhafte ihrer Illusion, das Blindmächtige ihres hoffnungslosen Glaubens, was einem keine Ruhe gibt.» Das ganze Ausmaß der Verbrechen, dem auch Hunderttausende behinderte Menschen, als unwertes Leben abgestempelt, zum Opfer fielen, wurde erst später bekannt. sch