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07.05.2005 - 12:27

Nie wieder Krieg, nie wieder Euthanasie.

Marburg/Lahn (kobinet) Das Kriegsende am 8. Mai vor 60 Jahren bedeutete nach Aussage der Bundesvereinigung Lebenshilfe für die meisten Menschen die Befreiung von Angst und Schrecken. Millionen gefallener, verhungerter, verbrannter, ermordeter Opfer waren zu beklagen. Ungezählte andere überlebten mit Narben und schweren Behinderungen. Daher bekräftigte die Organisation ihr Streben nach nie wieder Krieg und nie wieder Euthanasie.

«Während das Holocaust-Denkmal in diesen Tagen die Aufmerksamkeit auf sich zieht, darf eine andere Gruppe von Opfern nicht in Vergessenheit geraten: die Hunderttausende von Menschen mit Behinderungen, die als 'unwertes Leben' abgestempelt und umgebracht wurden, einige davon sogar noch nach dem offiziellen Kriegsende», heißt es in einer Presseerklärung der Lebenshilfe.

Nie wieder Krieg! - diese Hoffnung haben den Neuanfang begleitet. Inzwischen wurden weltweit viele Kriege geführt, mit ungezählten Opfern, getöteten Soldaten, vergewaltigten Frauen, verwaisten Kindern. Geschosse und Minen raubten den Menschen Gliedmaßen oder das Augenlicht. Wie die Folgen der Atombomben führt der Einsatz des Entlaubungsgifts Agent Orange im Vietnamkrieg nach mehreren Generationen noch zu schweren Missbildungen und Behinderungen.

«Nie wieder Euthanasie! - ist dies ein ebenso trügerischer Wunsch?», fragt die Bundesvereinigung Lebenshilfe. In mehreren europäischen Ländern wird die Tötung auf Verlangen nicht bestraft. Statistiken zeigen, dass die Einschränkung des Tötungsverbots sich schon wieder auf diejenigen auswirkt, die ihren eigenen Willen nicht bekunden können: So werden in den Niederlanden jährlich fast tausend Menschen ohne Einwilligung getötet. Auch wenn die derzeitige Praxis nicht mit dem staatlich organisierten Massenmord der Nazis vergleichbar ist, bleibt die Sorge vor neuerlichem Unrecht.

In einer gemeinsamen Stellungnahme hatten sich die fünf Fachverbände der Behindertenhilfe in Deutschland gegen diese Entwicklung und ihre Übertragung auf ganz Europa gewandt. Sie begrüßten die Entscheidung des Europarats am 26. April gegen die Legalisierung aktiver Sterbehilfe.

«Die Opfer der Euthanasie im Nationalsozialismus mahnen uns zur
Wachsamkeit,» sagte Robert Antretter, der Bundesvorsitzende der Lebenshilfe. «Wir treten für das uneingeschränkte Lebensrecht auch der sehr schwer und mehrfach behinderten Menschen ein. Gerade wir Deutschen müssen uns der besonderen Verantwortung ihnen gegenüber bewusst bleiben. Damit verbunden ist die Verpflichtung, auch in wirtschaftlich schwieriger werdenden Zeiten geistig behinderten Menschen ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen». omp
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