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kobinet-nachrichten
07.05.2005 - 18:08
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Bad Boll (kobinet) Die mittelfristige Nachfrage nach einigen Einrichtungsplätzen konnte heute durch den «Marsch aus den Institutionen» vermutlich gesenkt werden. Elke Bartz vom Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA) stellte in Bad Boll Alternativen zur stationären Versorgung vor. Eingeladen hatte sie die Polioinitiative Europa (PIE), die in der Rehaklinik Bad Boll ihre Mitgliederversammlung durchführte. «Wir wissen noch viel zu wenig über Persönliche Assistenz und das Arbeitgebermodell», meinte Monika Jäger von PIE. «Daher wollen wir uns heute eingehend informieren». Bartz erläuterte den Begriff der Persönlichen Assistenz in ihrem Vortrag und stellte das ArbeitgeberInnenmodell vor, bei dem behinderte Menschen ihre Assistenzpersonen selbst beschäftigen. Sie erklärte, dass das ArbeitgeberInnenmodell sowohl für Menschen mit niedrigem, als auch für solche mit hohem Hilfebedarf geeignet sei. «Keine andere Art der Versorgung gewährt eine solch umfassende Selbstbestimmung», meinte sie. Es gäbe lediglich einige wenige ambulante Dienste, die Assistenz oder assistenzähnliche Dienstleistungen anbieten würden. «Und die sind dann meistens in den Händen behinderter Menschen, die nachvollziehen können, welche Hilfen tatsächlich Selbstbestimmung ermöglichen». Die meisten der Teilnehmenden hatten noch nie von der Persönlichen Assistenz und dem ArbeitgeberInnenmodell gehört, wie die Nachfragen bewiesen. Viele von ihnen benötigen jetzt noch keine, oder zumindest noch keine umfangreichen Hilfe. Doch durch das Postpoliosyndrom ist bei den meisten eine Erhöhung des Hilfebedarfs zu erwarten. Daher stellt sich für sie die Frage, wie die Hilfe organisiert werden kann. «Ich kann doch meinen Mann nicht zumuten irgendwann einmal rund um die Uhr für mich da sein zu müssen», meinte eine Teilnehmerin. Eine zweite Teilnehmerin atmete auf: «Ich dachte schon, mein Weg führt eines Tages direkt ins ‚Heim', wenn ich mir nicht mehr selbst helfen kann. Nach dem Vortrag bin ich froh, dass es doch Alternativen gibt, selbst wenn mein Hilfebedarf einmal sehr groß sein wird». hjr
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