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kobinet-nachrichten 13.05.2005 - 11:55
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Mehr Lebensqualität durch Design für Alle

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Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl Berlin (kobinet) Nach der Deklaration von Stockholm von 2004 hat die heute in Berlin zu Ende gehende europäische Konferenz «Kultur für Alle» Handlungsbedarf für Politik und Wirtschaft angezeigt. Dieter Müller aus Helsingborg vom Projekt «Turism för alla i Sverige» (Tourismus für alle in Schweden) findet die vom Endverbraucher überprüfte Information über barrierefreie Zugänglichkeit dabei besonders wichtig. Der aus Köln stammende Schwede berichtete gegenüber kobinet, dass in Helsingborg Verbindungen mit 50 Partnerunternehmen bestehen, die sich auf das wichtige Marktsegment behinderter und älterer Kunden einstellen wollen und den Sachverstand der Betroffenen suchen. Bei dem jetzt in seinem Land vom Kulturrat in Angriff genommenen Drei-Jahres-Vorhaben, Museen barrierefrei zu gestalten und somit zugänglich für alle Interessenten zu machen, sei die Einbeziehung von Behindertenorganisationen unverzichtbar. «Die Vielfalt der Menschen in Europa hinsichtlich Alter, Kultur und ihrer Fähigkeiten ist größer denn je. Wir überleben heute Krankheiten und Unfälle in einem nicht gekannten Ausmaß, gleichzeitig ist aber Behinderung Teil unseres Alltags geworden», so die am 9. Mai 2004 auf der Jahreskonferenz des Institute for Design and Disability (EIDD) in Stockholm verabschiedete Deklaration. Es geht darum, für alle Menschen gleiche Chancen für die Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen zu schaffen. Das gilt für die gebaute Umwelt ebenso wie für alltägliche Gebrauchsgegenstände, für Dienstleistungen, Kultur und Information. Design für Alle setzt ganz bewusst auf die Analyse des Bedarfs und der Wünsche der Menschen und verlangt die Einbindung der Endverbraucher in jeder Phase des Entstehungsprozesses. EIDD-Vizepräsident Finn Petrén aus Schweden erinnerte in Berlin an das Motto der Stockholmer Erklärung: Gutes Design befähigt, schlechtes Design behindert. Auf der EIDD-Jahreskonferenz 2005 in Berlin stand nun der barrierefreie Zugang zu Museen, Theatern, Kinos, Bibliotheken, Konzerthäusern, Kulturdenkmälern und historischen Gebäuden im Vordergrund. Teilhabe soll ohne bauliche oder kommunikative Barrieren zum Standard werden. Kompetenzen und Kenntnisse von Menschen mit Behinderungen als Experten in eigener Sache zu nutzen, kann dies nur befördern. Zum Abschluss der Konferenz sind Besichtigungen des Reichstages und des gerade eingeweihten Denkmals für die ermordeten Juden Europas vorgesehen. Das Holocaust-Mahnmal weist zwar mit dem Rollstuhl-Symbol markierte Wege aus, ist aber für Besucher im Rollstuhl nur bedingt zugänglich. Wie die Planungs- und Baugeschichte des Denkmals zeigt, haben sich behinderte Menschen hier vergeblich mit ihren Ideen, Wünschen und Bedenken eingebracht - bis hin zu einer allerdings abgewiesenen Klage vor Gericht.  

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