
Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl Berlin (kobinet) Nächsten Mittwoch fliegt Bundesbehindertenbeauftragter Karl Hermann Haack mit Verantwortlichen und Partnern des deutschen Behindertensports nach Peking. Die «Paralympics Beijing 2008» sollen vom 27. August bis 7. September in zwei Jahren neue Dimensionen des Behindertensports eröffnen. Bei einem Pressegespräch im Berliner Kleisthaus (kobinet 17.5.05) hat Thomas Rugo eine weiter ausgebaute Medienberichterstattung in Aussicht gestellt. Auf eine Frage von kobinet verwies der Medienexperte darauf, dass erstmals die Paralympics wie zuvor die Olympischen Spiele «fernsehmäßig komplett» produziert werden müssen. In Athen waren bei Olympia noch 86 Fernsehkameras im Einsatz, bei den Paralympics nur noch zwölf. «Aus diesem Grunde kann mit einer erheblich ausgeweiteten Fernsehberichterstattung über die Paralympics Beijing 2008 gerechnet werden», so Rugo. Dessen Bonner Kommunikationsunternehmen hat für den deutschen Behindertensport wieder Aufgaben im Bereich Information und Marketing übernommen. Pekings Propaganda erkannte mit Olympia und Paralympics längst eine medienwirksame Möglichkeit, sich als eine moderne, sozial verantwortliche, tolerante und fortschrittliche Nation darzustellen. «China fördert Beschäftigung von Behinderten», war so eine Schlagzeile kürzlich zum «Nationalen Tag der Behindertenhilfe». Die Behörden wollten betreffende Vorschriften vervollständigen und deren Umsetzung intensivieren, um mehr geeignete Arbeitsplätze für Behinderte zu schaffen. Unterdessen wurde die erste Kultur- und Bildungsstelle für Behinderte in der Hauptstadtbibliothek eingerichtet. Ein Lesesaal mit Rehabilitationsliteratur bildet den Hauptteil des Zentrums, das mit modernen Lesegeräten ausgerüstet ist und zahlreiche Bücher und Software für Sehbehinderte anbietet. Das alles berichtete das China Internet Information Center (CIIC) und teilte mit, dass es derzeit in der Volksrepublik rund 60 Millionen Behinderte gibt. Der offizielle Online-Nachrichtendienst sendet täglich in neun Sprachen, darunter auch Deutsch und Esperanto.